Saar-Lux

Saarland - Luxemburg

Christian Wille / Interregionale Arbeitsmarktbeobachtungsstelle



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Grenzgänger aus dem Saarland nach Luxemburg 2003-2008
Quelle: BA, Berechnungen IBA / OIE

Eine relativ junge Entwicklung stellen die aus dem Saarland auspendelnden Arbeitskräfte nach Luxemburg dar. Ihre Zahl, die im Jahr 1994 noch bei 1 305 lag (Statec 1995: 44 und 195), ist bis zum Jahr 2003 auf 3 384 angewachsen. Seitdem hat sich das Grenzgängeraufkommen aus dem Saarland verdoppelt (2008: 6 616), wobei sich diese Entwicklung ab dem Jahr 2006 intensiviert.

Die Anziehungskraft des luxemburgischen Arbeitsmarkts, welche besonders in den grenznahen Gebieten im Nordsaarland ihre Wirkung entfaltet, ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen.

So sehen sich viele Arbeitnehmer mit der schwierigen Arbeitsmarktlage im Saarland konfrontiert, demgegenüber stehen das Arbeitsplatzangebot und die attraktiven Einkommensmöglichkeiten in Luxemburg sowie die in den letzten Jahren verbesserte Straßenverkehrsinfrastruktur in Richtung Luxemburg.

Dies wird im Jahr 2007 von einem luxemburgischen Personalverantwortlichen aus dem Pflegebereich bestätigt: "Wir werden im Moment überschwemmt mit Bewerbungen aus Deutschland. Das geht mittlerweile bis Saarbrücken runter. Nachdem dort die Autobahn da vor ein paar Jahren fertig gestellt wurde, da kamen plötzlich eine Masse an Bewerbungen aus Losheim, Saarbrücken usw."

Hinsichtlich des Einzugsgebiets der Luxemburg-Pendler wird der Grenzeffekt deutlich. Knapp zwei Drittel der saarländischen Auspendler sind im Jahr 2008 allein im grenznahen Kreis Merzig-Wadern ansässig; weitere 18% entfallen auf den benachbarten Kreis Saarlouis.

Werden die Entwicklungen der vergangenen Jahre betrachtet, so verzeichnen zwischen 2004 und 2008 besonders der Kreis Saarlouis mit einem Plus von 112% einen Anstieg der hier ansässigen Grenzgänger, dicht gefolgt vom Saar-Pfalz-Kreis (102%), vom Regionalverband Saarbrücken (101%) und vom Kreis St. Wendel (97%).

Autobahnauffahrt bei der Tankstelle Schengen
Foto: C. Wille 2009

Grenzgänger aus dem Saarland nach Luxemburg nach Wohnkreisen 2003-2008
Quelle: IGSS, Berechnungen IBA / OIE

Im Kreis Merzig-Wadern hingegen, der im Jahr 2004 knapp 70% der Luxemburg-Pendler im Saarland konzentrierte, erhöhten sich die Auspendlerzahlen um "lediglich" 60%. Diese Entwicklung verweist einerseits auf eine Ausweitung des Einzugsgebiets des luxemburgischen Arbeitsmarkts.

Andererseits deutet sie auf die begrenzte Verfügbarkeit von attraktivem Wohnraum sowie auf ein gesteigertes Preisniveau für Boden und Wohneigentum im Kreis Merzig-Wadern hin, welches Grenzgänger, die sich dem Arbeitsland Luxemburg geographisch annähern, auf andere grenznahe Gebiete wie bspw. den Kreis Saarlouis ausweichen lässt.

Hinsichtlich der Arbeitsorte der Grenzgänger aus dem Saarland nach Luxemburg liegen keine Angaben vor. Eine im Jahr 2005 durchgeführte Studie kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass die in Luxemburg beschäftigten Deutschen überwiegend in Luxemburg-Stadt und im Osten Luxemburgs arbeiten, was die Untersuchungsergebnisse aus dem Jahr 1994 bestätigt (Statec 1995: 229-233).

Zu den Kommunen, in denen der Großteil der Grenzgänger aus Deutschland arbeiten, zählen im Jahr 2002 Luxemburg-Stadt (28,3%), Echternach (7,7%), Grevenmacher (6,1), Mertert (5,8%) und andere (52,2%) (Schneider / Ramm 2005: 15).

Ebenso liegen keine Informationen über die Verteilung der Grenzgänger aus dem Saarland nach Wirtschaftszweigen vor. Jedoch können Aussagen über die in Luxemburg beschäftigten Grenzgänger aus Deutschland getroffen werden.

Diese sind im Jahr 2008 in erster Linie im Baugewerbe (18,3%) beschäftigt, dicht gefolgt vom Kredit- und Versicherungsgewerbe (16,3%) sowie von der Verkehrs- und Nachrichtenübermittlung (14,5%) und vom verarbeitenden Gewerbe (13,8%).

Wird die Beschäftigungsentwicklung der Grenzgänger aus Deutschland nach Luxemburg betrachtet (1998-2008), so wurden im Baugewerbe (4 225), im Kredit- und Versicherungsgewerbe (3 401), in der Verkehr- und Nachrichtenübermittlung (3 147) und in den unternehmensnahen Dienstleistungen (3 010) die meisten Arbeitsplätze von ihnen neu besetzt.

Beschäftigungsentwicklung von Grenzgängern aus Deutschland in Luxemburg nach Wirtschaftszweigen (NACE) 1998-2008
Quelle: IGSS, Berechnungen IBA / OIE