Rheinland-Pfalz

Das Gesundheitswesen in Rheinland-Pfalz

Ines Krumm

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Ärzte
Rheinland-Pfalz verfügt über 8 506 Ärzte, wovon 2 703 Allgemeinärzte sind. Dies entspricht knapp 32%. Die Ärztedichte in Rheinland-Pfalz liegt mit 372 Ärzten auf 100 000 Einwohner wie in Wallonien im Mittelfeld der Großregion.

In Rheinland-Pfalz liegt nach Angaben des Gesundheitsministeriums in keinem Verwaltungsbezirk eine Unterversorgung mit Medizinern vor. Eine ungleiche Verteilung der Ärzte ist dennoch unübersehbar. In den wirtschaftlich stärkeren Regionen, z.B. entlang des Rheins, kann eine deutlich bessere ärztliche Versorgung festgestellt werden.

Weiter im Westen des Bundeslandes ist die Ärztedichte geringer. Speziell die Fachärzte konzentrieren sich in den größeren Städten wie Trier oder Mainz: In Mainz gibt es mehr als 780 Ärzte auf 100 000 Einwohner, auch Trier erreicht beinahe diesen Wert. In den Kreisen Kusel oder Südwestpfalz sind es hingegen nicht einmal 150 Mediziner auf 100 000 Einwohner.


Karte: Öffentliches Gesundheitswesen

Karte: Öffentliches Gesundheitswesen

Ines Krumm, Saarbrücken

Zahl der Einwohner pro Arzt in ausgewählten Verwaltungsbezirken in Rheinland-Pfalz
Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Die Zahl der Einwohner pro Arzt verdeutlicht die Versorgungsunterschiede zwischen Landkreise und kreisfreien Städten. Außerdem ist eine schlechtere Versorgungslage in den Landkreisen, die an das Ausland bzw. Saarland grenzen, als in Regionen entlang des Rheins feststellbar.

Die Abbildung verdeutlicht mit den Werten für die kreisfreien Städte Trier, Koblenz und Kaiserslautern gegenüber denen der sie umgebenden Landkreise (Lk.) Trier-Saarburg, Mayen-Koblenz und Kaiserslautern die Konzentration von Medizinern auf die Städte.

Im am schwächsten versorgten Landkreis Südwestpfalz kommen doppelt so viele Einwohner auf einen Arzt wie in der am schwächsten versorgten Stadt Worms. Daneben offenbart der Kreis Südwestpfalz zusammen mit dem Eifelkreis-Bitburg-Prüm bei der Gegenüberstellung mit dem Rhein-Lahn-Kreis die Unterschiede in der Versorgung zwischen peripheren und zentral gelegenen Kreisen.

In Zukunft könnten sich diese Unterschiede noch vergrößern, wenn es nicht gelingt mehr Ärzte für dünner besiedelte Gegenden zu gewinnen. Wie im Saarland wird auch in Rheinland-Pfalz die Tätigkeit als Hausarzt in Gegenden mit einer dünneren Bevölkerungsdichte unattraktiver, und das Durchschnittsalter aller niedergelassenen Ärzte steigt.

2007 wurde deshalb ein "Masterplan zur Stärkung der ambulanten ärztlichen Versorgung in Rheinland-Pfalz" vom Gesundheitsministerium und von Vertretern der Krankenkassen und der Ärzteverbände entwickelt.  

Zahnärzte
Bei der Versorgung mit Zahnärzten liegt Rheinland-Pfalz in der Großregion mit 2 332 Zahnärzten (2007), entsprechend 58 Zahnärzten je 100 000 Einwohner auf dem vorletzten Rang vor dem Saarland.

Technische Großgeräte
Bei der Ausstattung mit Spezialgeräten sind in Rheinland-Pfalz Computertomographen (CT) mit 66 297 Einwohnern je Gerät und 128 910 Einwohnern je Magnetresonanztomographen (MRT) in ähnlicher Dichte vorhanden wie in Luxemburg, wenn auch deutlich weniger als im Saarland.

Es gibt jedoch die mit Abstand wenigsten Positronenemissionstomographen (PET) in der Großregion: Auf eines der teuren Geräte entfallen hier 2 320 384 Einwohner.

Universitätsklinikum Mainz
Foto: v. Issendorff

Katholisches Klinikum Koblenz, Betriebsstätte Brüderhaus
Foto: I. Krumm

Stationäre Einrichtungen
Im Bereich der stationären Einrichtungen liegt Rheinland-Pfalz mit 34 245 Betten (2007) in 183 Einrichtungen - davon 84 Allgemeinkrankenhäusern - im Mittelfeld der Großregion: Die Bettendichte liegt bei 165 Einwohnern je Bett. Auf ein Krankenhaus entfallen im Schnitt 187 Betten.

Eine Spezialklinik für Brandverletzungen in Ludwigshafen empfängt Patienten mit schweren Verbrennungen aus der ganzen Großregion und darüber hinaus, die zumeist mit Rettungshubschraubern - auch grenzüberschreitend - eingeliefert werden.

Die Planung der stationären Einrichtungen wird auf der Ebene sogenannter Versorgungsgebiete vorgenommen, um eine gleichwertige Versorgung zu gewährleisten.

Die Einteilung in fünf Gebiete sollen eine gleichwertige Versorgung gewährleisten. Daneben werden die Krankenhäuser zu Planungszwecken in Versorgungsstufen kategorisiert.

Damit kann in den Versorgungsgebieten die Allgemeinversorgung durch Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung organisiert werden und gleichzeitig in Krankenhäusern der Maximalversorgung sehr spezielle und aufwändige Behandlungsangebote konzentriert werden. Dazu zählen etwa Organtransplantationen.

Um auch in ländlichen und dünn besiedelten Gegenden eine ausreichende Versorgung in der Fläche zu gewährleisten, sind wie in Wallonien zahlreiche Umstrukturierungsprozesse und Zusammenschlüsse im Gange. So entstand z.B. das Westpfalz-Klinikum mit den vier Standorten Kaiserslautern, Kirchheimbolanden, Rockenhausen und Kusel.

Zahlreiche Krankenhausverbünde, z.B. Bernkastel-Wittlich oder Pirmasens, spiegeln die Umstrukturierung des Krankenhaussektors wider. Die Bildung der Katholischen Kliniken in Mainz und Trier zeigt die gleiche Entwicklung im Bereich der konfessionellen Träger.

Nichtsdestotrotz sind starke Unterschiede bei der Versorgung erkennbar. Das größte Krankenhaus des Landes, die Universitätsklinik in Mainz, liegt weit vom Zentrum der Großregion entfernt.

Kirchliche Träger spielen bei den Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz, ebenso wie im Saarland, eine große Rolle. Dabei handelt es sich entweder um Unternehmen, die konfessionell geprägt sind, wie die Marienhaus GmbH, oder direkt um Stiftungen und Organisationen der Kirchen. Darunter fallen z.B. die Diakonie, der Barmherzige Brüder e.V. Trier oder das Vizentius-Krankenhaus in Landstuhl als Einrichtung des Bischöflichen Stuhls Speyer.

Katholisches Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen, Trier

Klinikum Worms

Auffallend ist die hohe Zahl von Rehabilitationseinrichtungen in Rheinland-Pfalz. Sie befinden sich häufig in landschaftlich attraktiven Gegenden, wie z.B. im Moseltal oder an der Südlichen Weinstraße.

Sie werden überdurchschnittlich oft als Privatunternehmen geführt und sind teilweise nur schwer von Wellness-Angeboten abgrenzbar. Zu den klassischen Angeboten gehören dagegen orthopädische Rehabilitation oder Suchttherapien.

Auch rheinland-pfälzische Einrichtungen des Gesundheitswesens betreiben grenzüberschreitende Kooperationen, z. B. mit den Krankenhäusern der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Die gut ausgebauten Rehabilitationsangebote werden von Patienten des luxemburgischen Institut National de Chirurgie Cardiaque et de Cardiologie Interventionelle genutzt. Zudem beteiligen sich rheinland-pfälzische Rettungshubschrauber an der grenzüberschreitenden Notfallrettung.

Quellen


Statistische Ämter des Bundes und der Länder (Hg.)(2009): Deutsches Krankenhausverzeichnis, Wiesbaden

Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (2008): Statistisches Jahrbuch Rheinland-Pfalz 2008, Bad Ems

Externe links 


WEC (Wissenschafts- und Entwicklungscentrum) des EURES-Transfrontalier Saar-Lor-Lux-Rheinland-Pfalz (2007): Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitssektor in Saar-Lor-Lux-Rheinland-Pfalz, Bericht 2007, Saarbrücken: MKW, Stand: 2007 (Zugriff: 07.01.2009)(auch frz.)

WEC (Wissenschafts- und Entwicklungscentrum) des EURES-Transfrontalier Saar-Lor-Lux-Rheinland-Pfalz (2006): EURES-T Studie: Gesundheitswesen und grenzüberschreitende Beschäftigung in der Großregion, Bestandsaufnahme des Gesundheitssektors in Saar-Lor-Lux-Rheinland-Pfalz, Mai 2006, Saarbrücken: MKW, Stand: Mai 2006 (Zugriff: 19.05.2009) external link pdf