Luxemburg

Hochschulwesen in Luxemburg

Wolfgang Bethscheider

     
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Im Großherzogtum Luxemburg (497 000 Einwohner, 2010) kam es erst im Jahr 2003 zur Gründung einer eigenen Universität external link. Vorläufer dieser Neugründung waren das Centre Universitaire de Luxembourg (CUNLUX), das der Lehrerausbildung dienende Institut Supérieur d’Etudes et de Recherches Pédagogiques (ISERP) in Walferdange, das die Erzieher ausbildende Institut d'Etudes Educatives et Sociales (IEES) sowie das Institut Supérieur de technologies (IST). Diese Institute gingen alle in der Universität auf.

Durch den Aufbau der Universität Luxemburg soll der Forschungsstandort Luxemburg gestärkt und der Wirtschaftsstandort gefestigt werden. Darüber hinaus sollen vermehrt ausländische Studenten angezogen werden.

Heute studieren an den drei Fakultäten für Naturwissenschaften, Technologie und Kommunikation (FSTC, 21% der Studierenden), für Rechts- Wirtschafts- und Finanzwissenschaften (FDEF, 43%) sowie für Sprachwissenschaften und Literatur, Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaften (FLSHASE, 36%) 5 019 Studenten aus 95 Staaten. Nur knapp die Hälfte der Studenten (46,8%) sind Luxemburger, 13,3% Franzosen, 6,7% Deutsche und 6,4% Portugiesen, die im Großherzogtum einen bedeutenden Bevölkerungsanteil stellen (1.10.2010).

Karte: Hochschulwesen

Karte: Hochschulwesen

Wolfgang Bethscheider, Saarbrücken

Universität Luxemburg, Campus Limpertsberg, Hochschulverwaltung, Fakultät für Recht, Wirtschaft und Finanzen, Teile der naturwissenschaftlichen Fakultät
Quelle: © Universität Luxemburg

Die Universität Luxemburg ist vorläufig noch auf die drei Standorte Limpertsberg, Kirchberg und Walferdange verteilt, an denen eine weitere Ausdehnung nicht möglich ist. Voraussichtlich bis zum Herbst 2014 wird die Hochschule auf dem Konversionsgelände des ehemaligen Stahlwerks Esch-Belval einen neuen, integrierten Standort "Cité des Sciences" external link beziehen, der sich derzeit in Bau befindet.

Die Universität Luxemburg ist international ausgerichtet und forschungsorientiert und legt besonderen Wert auf die Mehrsprachigkeit. Als eine der jüngsten Hochschulen Europas konnte sie sich von vornherein am Bologna-System orientieren, so dass ihr eine mühevolle Umstrukturierung – wie derzeit in den Nachbarregionen – erspart blieb.

Die Universität, deren Lehrprogramm sich noch im Aufbau befindet, bietet zur Zeit (2010) 25 Bachelorstudiengänge an, der Schwerpunkt liegt jedoch auf den bisher 27 Masterstudiengängen. Die Lehre findet auf französisch, deutsch oder englisch statt, und von den Bachelor-Studierenden wird gefordert, mindestens ein Semester im Ausland zu verbringen. Das Lehrpersonal wird international angeworben.

Für den Studienabschluss in Luxemburg spielen besonders belgische, französische und deutsche Universitäten eine wichtige Kooperations- und Gastgeberrolle. An den benachbarten saarländischen und rheinland-pfälzischen Universitäten in Saarbrücken, Trier und Kaiserslautern, ebenso wie in Straßburg und Brüssel ist ein relativ hoher Anteil luxemburgischer Studenten vertreten.

Luxemburg ist Sitz zahlreicher europäischer Institutionen wie etwa des Europäischen Gerichtshofs oder der Europäischen Investitionsbank und bekannt für seinen internationalen Finanzplatz. Diese Kompetenz vor Ort nutzt die Universität u.a. im Rahmen von zahlreichen Lehraufträgen:

Rund 500 Finanzexperten, Juristen, Unternehmer und andere Praktiker unterstützen die Professoren in der Lehre, etwa in der zur rechts- wirtschafts- und finanzwissenschaftlichen Fakultät gehörigen renommierten Luxembourg School of Finance external link oder der Luxembourg Business Academy external link.

Universität Luxemburg, Campus Kirchberg. Im EU- und Bankenviertel Kirchberg ist heute Sitz der naturwissenschaftlichen Fakultät und des "Interdisciplinary Center for Secruity, Reliability and Trust"
Quelle: © Universität Luxemburg

Universität Luxemburg, Campus Walferdange, Sitz der Fakultät für Sprachwissenschaften und Literatur, Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaften (FLSHASE)
Quelle: © Universität Luxemburg

Auch bezüglich der Forschung profitiert die Universität von ihrer späten Gründung: Frei von Altlasten wurde der Fokus auf zukunftsträchtige Bereiche gerichtet: Primäre Schwerpunkte sind Internationale Finanzwissenschaften, Sicherheit und Verlässlichkeit von Informationstechnik, System-Biomedizin, Europa- und Wirtschaftsrecht sowie Erziehung und Lernen im mehrsprachigen und multikulturellen Kontext.

Weitere Schwerpunkte sind Grenzflächeninduzierte Eigenschaften in kondensierter Materie, Luxembourg-Studien, Umweltressourcen, -technologien und -veränderungen, Wirtschaft und Unternehmertum, soziale und individuelle Entwicklung, Mathematik sowie Europäische Governance.

Die österreichischen Universitäten Innsbruck und Wien tragen immer noch den Titel einer "Landesuniversität für Luxemburg" – seit der Zeit Maria Theresias, welche damals auch Luxemburgische Herzogin war. 

Externe links 


Directory of top European Universities and Colleges external link

Gouvernement luxembourgeois: Création de l'Université du Luxembourg (2003) external link

Großregion: Hochschulwesen und Forschung in der Großregion external link pdf

Konsortium Wissenschaft trifft Schule external link

Lorang, A.: Cité des Sciences, de la Recherche et de l'Innovation external link pdf

Luxembourg Business Academy external link

Luxembourg School of Finance external link

Quattropole-Hochschulkonferenz external link

Universität der Großregion external link

Universität Luxemburg external link