Grenz-Echo

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Patrick Wiermer

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Eine Brücke zwischen Belgien und der Eifel
Die kleinste der untersuchten Zeitungen, das Grenzecho, erscheint in der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) Belgiens. Sitz der Redaktion ist Eupen.

Die DG lässt sich geografisch einteilen in den Norden der Region mit Verbindungen nach Lüttich und Aachen (Euregio) sowie den Süden mit Verbindungen nach Südwallonien (Gouvy, Bastogne) und der Eifel (bis Prüm und Bitburg).

Die Redaktion des Grenz-Echo betrachtet es als ihre Aufgabe, der deutschsprachigen Bevölkerung Belgien näherzubringen. Einen besonderen Schwerpunkt der Berichterstattung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene gibt es nicht, man orientiert sich ausschließlich am Leserinteresse.

Ein freier Mitarbeiter berichtet regelmäßig aus dem rheinland-pfälzischen Kreis Prüm/Bitburg. Das Nachbarland Luxemburg spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Karte: Wahrnehmung der Großregion in den Medien

Medienwahrnehmung

Patrick Wiermer, Saarbrücken

Grenz-Echo
Quelle: GE

Das drückt sich größtenteils auch in der Verteilung der Gesamtnennungen und Gesamtmeldungen aus. Das Grenzecho ist stark auf Wallonien (von allen 79 genannten Gemeinden der Großregion liegen 54 in Wallonien) fixiert, unter nahezu vollständiger Ausklammerung des Südens von Luxemburg (auch Luxemburg-Stadt), des größten Teils von Rheinland-Pfalz und des Saarlandes.

Nur eine Gemeinde Lothringens wird genannt. In Wallonien gibt es eine starke Verflechtung mit dem Raum Lüttich, die Städte des Gürtels Mouscron-Lüttich werden ebenfalls häufig betrachtet. Letztere bilden aber vor allem Nachrichtenpole.

Die Gesamtverteilung erstreckt sich in Form eines rund 70 Kilometer breiten Bandes von Mouscron bis nach Bitburg. Die Peripherie beginnt für das Grenzecho aber schon westlich von Namur sowie südlich von Gouvy und Hosingen.

Trier bildet einen, allerdings sehr kleinen, Nachrichtenpol. Insgesamt werden 70 Gemeinden in 298 Artikeln 651 Mal genannt, wobei es sich um den zweitniedrigsten Wert der Untersuchung handelt.

Verteilung der Lokalmeldungen
Das Grenzecho hat von allen Zeitungen den kleinsten Anteil an Lokalmeldungen (rund 35 %). Die höchsten Werte liefern die Orte Spa, Verviers, Lüttich, Dison und Bitburg (zusammen fast 50 % aller Lokalmeldungen).

Das sind die lokalen Zentren für die verschiedenen Teile der DG. Dementsprechend verteilt sich auch die Gesamtzahl der Lokalmeldungen größtenteils  auf den Raum Verviers/Lüttich.

Die Nennungen im Lokalen (185) verteilen sich relativ gleichmäßig auf die vier Lokalressorts, am häufigsten (66) berichtet "Eifel/Ardennen". Dieses entspricht den Räumen mit dem stärksten grenzüberschreitenden Austausch.

Verteilung der Meldungen aus der Großregion nach Lokalressorts

Verteilung der Meldungen aus der Großregion nach Mantelressorts

Verteilung der "Service"-Meldungen
Auf die Themenbereiche Erholung/Freizeit, Sport und Termine/Ergebnisse entfallen rund 67 % aller Meldungen. Das ist der höchste Wert der Untersuchung.

Allein der Sport schlägt dabei mit 44 % zu Buche, wohingegen Erholung/Freizeit nur 4,7 % aller Meldungen ausmacht. Räumlich verteilen sich die Meldungen aus den oben genannten Bereichen auf Wallonien, schwerpunktmäßig auf den Raum Lüttich.

Verteilung der Störungsmeldungen
Das Grenzecho hat den größten Anteil an Störungsmeldungen aller Zeitungen in Bezug auf die großregionale Berichterstattung. Jede vierte Meldung fällt in diese Themenklasse.

Im Falle des Grenzechos definieren die Störungen die Grenze zur Nachrichtenperipherie sehr deutlich: Lothringen (der einzige genannte Ort fällt in diese Themenklasse), der Nordwesten Walloniens, der Norden Luxemburgs, die südliche und die östliche Eifel.

Die meisten Störungsmeldungen fallen in den Bereich "Kriminalität" – die DG liegt auf einer bekannten Drogenroute zwischen den Niederlanden und der Eifel.

Themenvarianz
Die größten Themenvarianzen finden sich im Raum Lüttich/Verviers, dem wichtigsten Bezugsraum des Grenz-Echos. Fast alle Städte der Peripherie werden nur im Zusammenhang mit einem Thema genannt.

Eine Ausnahme stellt der Nachrichtenpol Trier dar. Wichtigstes Thema der grenzüberschreitenden Berichterstattung ist Sport mit rund 44 % aller Meldungen.

Dies ist auf die Einbindung der DG-Fußballvereine in die wallonisch-belgischen National- und Regionalligen zurückzuführen. Darin drückt sich das Ziel der Zeitung aus, dem erwarteten Leserinteresse an Sport nachzukommen.

Im Schnitt berichtet das Echo mit rund 1,2 Themen, der niedrigste Wert der Studie. Kein Ort hat Meldungen aus mehr als sechs Themenfeldern. Gerade von Städten aus Luxemburg und dem südlichen Wallonien wird in der Regel nur über ein Thema berichtet. Damit drückt sich die starke teilregionale Fixierung des Grenzechos auf (Nord)-Wallonien aus.

Verteilung der Meldungen aus der Großregion nach Themen

Meistgenannte Orte der Großregion – Verteilung nach Themen

Lokale und regionale Nachrichtenzentren
Die zehn meistgenannten Orte befinden sich allesamt in Wallonien. Die meisten Nennungen und Meldungen (55 bzw. 15) entfallen auf Verviers, das zudem fünf Themen abdeckt.

Die Stadt hat einen hohen Anteil lokaler Meldungen und kann somit als lokales Nachrichtenzentrum charakterisiert werden. Lüttich mit 40 Gesamtnennungen (11 Meldungen), davon mehr als die Hälfte im Mantel, kann als überregionales Zentrum benannt werden.

Aufgrund der regelmäßigen Berichterstattung über die belgische Fußballliga stellt bei Lüttich "Sport" das meist genannte Themenfeld dar (Standard Lüttich spielt in der ersten Liga).

Weitere "Sport-Zentren" sind Aywaille, Mons und Charleroi. Wichtigster Bezugspunkt außerhalb Belgiens ist Bitburg mit 13 Nennungen, neun Meldungen aus sechs Themenfeldern. Bei der Eifelstadt stellt "Soziales/Lokalpolitik" die meisten Meldungen. Fast 90 % der Meldungen über Bitburg erscheinen im Ressort "Eifel/Ardennen".
Quellen
 
Externe Links
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