Trier. Volksfreund

Trierischer Volksfreund

Patrick Wiermer

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Der nahe Blick über die Grenzen
Der Trierische Volksfreund (TV) erscheint in einer Auflage von etwa 100 000 und wird in Trier herausgegeben. Der Schwerpunkt der Zeitung liegt in der regionalen und lokalen Berichterstattung.

Die Lokalressorts Prüm, Konz und Saarburg decken das Gebiet an der luxemburgisch-belgischen Grenze ab. In den Ressorts "Saarburg", "Hunsrück" und "Hochwald" werden auch Themen aus dem Saarland aufgegriffen.

In der Gesamtübersicht wird deutlich, dass sich die überregionale Berichterstattung auf das südliche Luxemburg – entlang einer Linie von Echternach nach Bascharage – sowie auf das Saarland erstreckt.

Letzteres wird insgesamt erfasst, wobei allerdings der Kreis Merzig-Wadern einen Schwerpunkt bildet. Die meistgenannten Städte sind Luxemburg, Saarbrücken und Merzig, wobei letzteres in erster Linie als Veranstaltungsort (142 von 178 Nennungen sind "Termine/Ergebnisse") wahrgenommen wird.

Karte: Wahrnehmung der Großregion in den Medien

Medienwahrnehmung

Patrick Wiermer, Saarbrücken

Der Trierische Volksfreund
Quelle: TV

Orte in Wallonien (4 von 253 Gemeinden) und Lothringen (8 von 140 Gemeinden) werden nur selten erwähnt. Die an die Eifel angrenzende Deutschsprachige Gemeinschaft wird in großen Teilen noch beachtet (4 von 9 Gemeinden).

Insgesamt lieferte der Trierische Volksfreund 1 290 Nennungen in 390 Meldungen über 79 Orte der Großregion. Bei den Nennungen ist dies der zweithöchste Wert, allerdings stellen davon mehr als 55 Prozent davon "Termine/Ergebnisse" dar.

Durch die Wochenbeilage "Rendez-Vous" kündigt der Volksfreund Ereignisse im Vergleich zu anderen Zeitungen am häufigsten in Form von stenografischen Terminangaben an. Der TV berichtet zudem mit Abstand am häufigsten in Form von Nachrichten von Ereignissen jenseits der (Landes-)Grenzen.

Verteilung der Lokalmeldungen
Die Lokalressorts "Trier" (79) und "Saarburg" (83) stellen zusammen mehr als die Hälfte aller Lokalmeldungen (262). Prüm folgt mit 39 Meldungen. Dabei lassen sich Orte erkennen, die regelmäßig Teil der Berichterstattung zu sein scheinen.

Trier berichtet stark über Luxemburg-Stadt und Saarbrücken. Dabei dürften Formen der interstädtischen institutionalisierten Kooperation zum Tragen kommen (z.B. Quattropole). Im Lokalressort "Saarburg" sind die bevorzugten Städte jenseits der Grenze Merzig und Wormeldange.

Merzig ist für die Region um Saarburg wichtiger Kulturort, Wormeldange liefert ausschließlich "Soziale Themen". Für Prüm sind die wichtigsten Bezugsorte  Echternach, Hosingen und Sankt Vith – wobei bei allen "Erholung/Freizeit" dominiert. 

Verteilung der Meldungen aus der Großregion nach Themen

Verteilung der Meldungen in den Mantelressorts

Die höchsten Anteile der Lokalmeldungen finden sich in unmittelbarer Grenznähe. Im Saarland finden sich die höchsten Werte – von Trier aus betrachtet – bis zu einer Linie, die von Saarlouis nach Nohfelden reicht.

In Luxemburg herrschen die stärksten lokalen Verbindungen im Dreieck Schengen-Bascharage-Echternach. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft verlaufen die höchsten Anteile auf der Linie Bütgenbach – Burg Reuland.

Verteilung der "Service"-Meldungen
Wie bereits erwähnt hat der Trierische Volksfreund die größten Anteile an Terminen/Ergebnissen (rund 55 %). Dies sind meistens Kultur-Ankündigungen, die sich auf Veranstaltungen in Luxemburg-Stadt, Esch-sur-Alzette, Merzig und Saarbrücken (letztere jeweils mehr als Drittel) beziehen.

Das spiegelt sich auch im Themenfeld "Erholung/Freizeit" wieder, jeder dritte Artikel fällt in diese Sparte (Saarbrücken und Merzig: mehr als ein Drittel; Esch-sur-Alzette: 13 von 13 Meldungen). Zusammen mit dem "Sport" stellt "Erholung/Freizeit" rund 60 Prozent aller Meldungen – die höchsten Werte der Studie.

Verteilung der "Störungs"-Meldungen
Der Trierische Volksfreund hat den niedrigsten Anteil an Störungsmeldungen aller Zeitungen (rund 8 Prozent). Die Berichterstattung über die Großregion spielt sich im Volksfreund allgemein auf einem relativ kleinen Raum jenseits der Grenzen ab, weswegen auch Störungsmeldungen aus weiter entfernten Gebieten nicht berücksichtigt werden.

Die meisten Störungs-Meldungen finden sich im Saarland – was zunächst auf allgemein starke Berichterstattung aus der Teilregion zurückzuführen ist. Durch die Grubenbeben im Raum Saarlouis ist die Häufigkeit von "Störungs"-Meldungen aus dieser Region erhöht.

Dennoch zeigt sich durch die hohen Anteilswerte, dass Saarlouis und das Saarland südlich der Festungsstadt schon zur Nachrichtenperipherie des Trierischen Volksfreundes gehören. Zwei von acht Orten aus Belgien werden nur im Zusammenhang mit Störungen genannt. 

Im Falle einer Unfallmeldung über einen Schüler aus La Louvière, der nach exzessivem Computerspielen stirbt, spielt die große räumliche Entfernung des Geschehenden offenbar keine Rolle mehr.

Verteilung der Meldungen aus der Großregion in den Lokalressorts

Meistgenannte Orte aus der Großregion: Verteilung nach Themen

Themenvarianz
Der hohe Anteil an Meldungen aus "Erholung/Freizeit" und an "Terminen/Ergebnissen" wirkt sich auch auf die Themenvarianz aus: Mit durchschnittlich 1,4 Themen berichtet der Volksfreund in relativ wenig Facetten.

Die höchste Themenvarianz findet sich bei Luxemburg (7), Saarbrücken(6) und Echternach (7), danach folgt Mettlach mit nur noch vier Themenfeldern. Die Berichterstattung konzentriert sich also auf wenige Städte in der Großregion.

Die meisten Meldungen entfallen auf die Ressorts Erholung/Freizeit und Sport. Bei letzterem liefert allein Saarbrücken allein rund ein Drittel der Meldungen (Saarbrücken und Trier waren im Untersuchungszeitraum in der gleichen Fußball-Liga vertreten). Luxemburg und Saarbrücken stellen zudem fast die Hälfte aller Meldungen im Bereich "Erholung/Freizeit".

Der Bereich "Soziales/Lokalpolitik" verteilt sich auf die überregionalen Nachrichten-zentren Luxemburg und Saarbrücken sowie auf das lokale Nachrichtenzentrum Merzig.

Lokale und regionale Nachrichtenzentren
Die wichtigsten Nachrichtenzentren für den Trierischen Volksfreund sind bereits oben benannt worden.

Quellen