Canal du Centre

Vier Schiffshebewerke am Canal du Centre und ihre Umgebung, La Louvière und Le Roeulx

Eva Mendgen



  Quellen Links


Schiffshebewerk bei Houdeng/La Louvière
Foto: die arge lola 

Der Canal du Centre wurde zwischen 1888-1917 erbaut und ist eine der bedeutendsten nationalen Wasserstraßen Belgiens.

Der Kanal, der die Schelde und die Maas miteinander verbindet, ermöglichte den schnellen Transport der auf „Wallons“ genannten Treidelschiffen mit bis zu 400 Tonnen Kapazität.

Größe und Form der Schiffe waren an die jeweils zu befahrenden Kanäle angepasst, verladen wurden enorme Warenmengen und Rohstoffe aus dem wallonischen Industriegebiet.

Auf dem Weg wischen Mons und La Louvière hatten die Schiffe auf 21 Kilometern den beträchtlichen Höhenunterschied von 66 Metern zu überwinden.

Ingenieursbaukunst 
Dies gelang mit Hilfe der vier mit Wasserkraft betriebenen Schiffshebewerke von Houdeng-Goegnies, Houdeng-Aimeries, Bracquegnies und Thieu. Die filigran wirkenden Hebewerke sind Konstruktionen aus massiven Eisenträgern und Meisterwerke der Ingenieursbaukunst.

Diese letzten, immer noch funktionstüchtigen, hydraulischen Schiffshebewerke Belgiens werden meistens in einem Atemzug mit zwei berühmten, prototypischen Ingenieursbauwerken genannt, dem Londoner Kristallpalast und dem Pariser Eifelturm.

1992 wurden die Schiffshebewerke unter Denkmalschutz gestellt, bereits 1993 zogen sie an die 40 000 Besucher an. 1998 erhielten sie den Welterbestatus, in regulärem Betrieb waren sie noch bis 2002: In jenem Jahr wurde eines der weltweit größten Schiffshebewerke in Strépy-Thieu in Betrieb genommen, das sie ersetzte und heute die Passage von bis zu 1 350 Tonnen fassenden Lastkähnen erlaubt.

Heute sind die ehemaligen Treidelpfade Radwanderwege und die vier historischen hydraulischen Schiffshebewerke eine Touristenattraktionen von wachsender Beliebtheit.

Treidler beim Schiffshebewerk am Canal du Centre
Quelle: Gaillez 1990

Schiffshebewerk Nr. 3, Strépy-Bracquegnies
Foto: K. Jakubec

Houdeng-Goegnies: Besucherzentrum und Museum
Am Hebewerk Nr.1 in Houdeng-Goegnies – 1888 von König Leopold eingeweiht–  befindet sich das in ein Museum umgewidmete Maschinenhaus mit der berühmten hydraulischen Maschine des englischen Ingenieurs Edwin Clark. Sie war die erste ihrer Art auf dem Kontinent und ist heute als Museumsstück zu besichtigen.

Gleich nebenan, am Ufer des historischen Kanals gelegen, befindet sich die Cantine des Italiens (1946 – 1947), heute ein Museum zur Geschichte der italienischen Immigration und Besucherzentrum.

20 Stationen erlauben es dem Besucher auf einer Entfernung von 7 Kilometern mehr über das Ensemble von Schiffshebewerken, Gebäuden und Brücken entlang des Canal du Centre zu lernen.

Canal historique du Centre
Rue Tout-y-Faut, 90 - 7110 Houdeng-Goegnies

Quellen


Gaillez, J.-P. 1990: Les voies navigables, in: Genicot, Luc-Fr. et Jean-Pierre Hendrickx 1990: Wallonie-Bruxelles : berceau de l'industrie sur le continent européen", Louvain-La-Neuve, S. 145 - 158 

Externe Links


Canal du Centre external link 

Welterbe-Liste der UNESCO: The Four Lifts on the Canal du Centre and their Environs, La Louvière and Le Roeulx (Hainault)