Kathedrale Tournai

Kathedrale von Tournai

Eva Mendgen



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Kathedrale von Tournai
Foto: © die argelola

Die mehr als 2000 Jahre alte Bischofs- und Bürgerstadt Tournai, gelegen an der Schelde, ist Belgiens älteste Stadt. Im Laufe ihrer Geschichte und in der Folge kriegerischer Ereignisse wechselte sie mehrfach die Nationalität.

Tournai verfügt seit dem Jahr 2000 über zwei Welterbestätten, die fünftürmige Kathedrale Notre Dame und Belgiens ältesten Belfried. Beide Baudenkmäler befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft in der Stadtmitte, sie bilden eine Einheit mit der Grande Place und ihren Bürgerhäusern.

Die Kathedrale Notre Dame von Tournai gehört mit einer Grundfläche von 5 120 m², einer Länge von 134 Metern, einer Breite von 67 Metern und fünf jeweils 83 Meter hohen Türmen zu den größten und bedeutendsten Gotteshäusern Europas.

Sie wurde zwischen 1170 und 1325 als Pfeilerbasilika errichtet. Wesentlich für das einheitliche Erscheinungsbild ist der sowohl für das romanische Mittel- und Querschiff (12. Jh.), als auch für den frühgotischen Chor (1242–1325) verwendete blaugraue Granit.

Ihre gewaltigen Ausmaße machen sie zu einer Vorläuferin der gotischen Kathedralen, ihre Architektur steht für den frühen kulturellen Austausch zwischen dem Hennegau, der Île de France, dem Rheinland und der Normandie.

Zur Ausstattung der Kathedrale gehören unter anderem mit den Wandfresken des Querschiffs die ältesten romanischen Wandmalereien Belgiens, der Lettner vom flämischen Bildhauer und Architekten Cornelis Floris de Vriendt (1514–1575) oder auch Gemälde von den ebenfalls flämischen Barockmalern Peter Paul Rubens und Jacob Jordaens.

In Tournai wurde aber auch Musikgeschichte geschrieben: In der Bibliothek der Kathedrale befindet sich eine um 1300 entstandene Handschrift, ein spätgotisches Messeoffizium.

Mittelschiff der Kathedrale von Tournai
Foto: © die argelola

Westfassade der Kathedrale von Tournai
Foto: cc Jean-Pol Grandmont

1999 wurde die Kathedrale durch einen Wirbelsturm stark beschädigt, seitdem wird sie mit Hilfe der Provinz Hennegau und der Region Wallonien unter Hinzuziehung französischer Experten ihrer Bedeutung entsprechend sorgfältig restauriert.

Ein „Architecte en chef des monuments historiques de France“ koordiniert die Arbeiten unter der Beteiligung zahlreicher europäischer Institutionen. Gleichzeitig wird das historische Stadtviertel rund um die Kathedrale erneuert.

Cathédrale Notre-Dame de Tournai
Place de l'Evêché 1
B-7500 Tournai

Quellen


Tournai, Gazette de Chantier, Numéro 2, Novembre 2009

 

Externe Links


 

Schwarzaufweiss Reisemagazin: Zweimal Weltkulturerbe - die Liebfrauenkathedrale und der Glockenturm von Tournai external link

Welterbe-Liste der UNESCO: Notre-Dame Cathedral in Tournai external link