Error
  • JFolder: :files: Path is not a folder. Path: C:\wamp\www\joomla\images\stories\articles\nature\boden\textfotos\textfoto11a&legende=non& reflexion=2
Notice
  • There was a problem rendering your image gallery. Please make sure that the folder you are using in the Simple Image Gallery Pro plugin tags exists and contains valid image files. The plugin could not locate the folder: images/stories/articles/nature/boden/textfotos/textfoto11a&legende=non& reflexion=2

VOLLTEXT

Böden

Barbara Neumann, Jochen Kubiniok

      Quellen Links

Volltext


Die  European Soil Database (ESDB) external link klassifiziert die Böden Europas erstmals nach einheitlichen und damit vergleichbaren Kriterien auf Basis der World Reference Base of Soils (WRB) external link der International Union of Soil Science.

Die WRB stellt ein zweistufiges Klassifikationsschema dar, welches Böden anhand von diagnostischen Horizonten und Eigenschaften in Referenzgruppen einteilt.

Die Klassifikation bedient sich der Abfrage von spezifischen Bodenausprägungen und Bodeneigenschaften, die auf einzelnen Beobachtungen oder messbaren Parametern beruhen und auf den morphologischen Aufbau, bestimmte Boden bildende Prozesse oder den Nährstoffhaushalt hinweisen.

Prozesse wie z.B. Verwitterung, Ton- oder Humusverlagerung führen zur Ausbildung typischer, für bestimmte Bodentypen charakteristischer Horizonte im dreidimensionalen Bodenkörper. Diese lassen sich drei Grundhorizonten zuordnen:

Karte: Böden

Böden

Barbara Neumann, Universität Kiel,
Jochen Kubiniok, Universität des Saarlandes; Daten: ESDB external link

Der humose, meist recht dunkel gefärbte Oberboden stellt ein Gemisch aus dem durch Verwitterung aus dem Ausgangsgestein entstandenen Mineralkörper und dem durch Verwesungsprozesse generierten Auflagehumus des Bodens dar. Der darunter folgende Unterboden ist ein Produkt der physikalischen und chemischen Verwitterung des Ausgangsgesteins.

Bauernhaus in Borg (NW-Saarland). Auch in ländlichen Siedlungen sind die Böden vielfach versiegelt und damit der natürliche Bodenwasserhaushalt gestört. Verminderte Niederschlagsversickerung und damit geringere Grundwasserneubildung sind die Folgen.

Die hierbei entstandenen Gesteinsfragmente und sekundären Mineralneubildungen prägen zusammen mit dem Humuskörper des Oberbodens die Bodeneigenschaften eines Standortes, insbesondere den Wasser- und Nährstoffhaushalt.

Auswaschungs- und Anreicherungsprozesse können diesen Horizont in weitere Teilabschnitte differenzieren. Unterbodenhorizonte sind meist deutlich heller gefärbt als die darüber liegenden Bodenhorizonte und enthalten in der Regel weniger organisches Material.

Eisenoxide und andere mineralische Oxidverbindungen aus der Bodenentwicklung (Pedogenese) führen häufig zu charakteristischen bräunlichen oder rötlichen Einfärbungen.

Diese beiden Grundhorizonte bilden das Solum und lagern auf einem Untergrundhorizont aus nur wenig verwittertem Ausgangsgestein. Der Untergrundhorizont bildet den Übergang zum frischen Gestein bzw. Ausgangssediment.

Insgesamt können die Böden Europas in 24 Bodenreferenzgruppen (WRB) zusammengefasst werden, was immerhin zwei Drittel der weltweit definierten Bodentypen ausmacht.

Man kennt organische Böden (Histosole), anthropogen veränderte Böden (Anthrosole), grundwasserbeeinflusste Böden (Gleysole), flachgründige Böden (Leptosole), jüngere oder mäßig entwickelte Böden (Cambisole) und viele mehr.

Böden und Bodenschutz
Böden stellen eine elementare Grundlage des Lebens auf unserem Planeten dar. Ohne Bodenbildung wäre ein ausreichendes Pflanzenwachstum und damit die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, Holz und weiteren natürlichen Rohstoffen nicht möglich.

Böden speichern die für das Wachstum von Gras, Getreide oder Bäumen notwendigen Nährstoffe und Wasser. Auf nacktem Gestein wäre das Pflanzenwachstum deutlich eingeschränkt.

Die Lebensräume der Pflanzen- und Tiergemeinschaften werden damit in ihrer Vielfalt durch die Eigenschaften der Böden erheblich bestimmt. Aber auch Grundwasser und Fließgewässer, und damit auch unser Trinkwasser, werden in ihrer Qualität wie Quantität wesentlich durch die Böden und ihr Vermögen Niederschlagswasser zu speichern und zu filtern geprägt.

Bodenerosion auf einem Acker bei Limbach (Saarland)
Foto: J. Kubiniok

Die Ausprägung eines Bodens an einem Standort wird gesteuert durch Mineralogie und Geochemie des anstehenden Gesteins sowie die Intensität und Art der Verwitterung als Folge von Klima, Relief, Flora und Fauna.

Auch der Mensch hat in unserem Raum durch die Landnutzung erheblichen Einfluss auf die heutige Ausprägung der Böden genommen. Bis heute werden die Böden und die von ihnen erfüllten Funktionen durch Erosion, Degradation, Verdichtung, Schadstoffeinträge, Versauerung oder Versiegelung bedroht.

Bodenerosion auf einem Acker bei Limbach (Saarland)
Foto: J. Kubiniok

Aufgrund der langsamen Bodenneubildungsraten von maximal 1mm/Jahr und der Persistenz vieler Schadstoffe müssen diese Vorgänge als irreversibel eingestuft werden.

Aspekte des Bodenschutzes finden sich in zahlreichen Einzelgesetzen der Europäischen Gemeinschaft, so in der Gemeinsamen Agrarpolitik und der Umweltgesetzgebung.

Ein einheitliches Instrument des Bodenschutzes, wie man es mit der Wasserrahmenrichtlinie aus dem Gewässerschutz kennt, fehlt bislang jedoch auf europäischer Ebene.

Derzeit wird noch an einer gemeinsamen Bodenschutzstrategie und einer Bodenrahmenrichtlinie, welche sich der Bodenschutzproblematik auf Europäischer Ebene annehmen und einheitliche Ziele und Strategien zum Bodenschutz und zur nachhaltigen Bodennutzung in Europa formulieren soll, gearbeitet.

Böden der Großregion
Für die Großregion sind in der European Soil Database insgesamt 12 WRB-Bodengruppen kartiert und 28 Untergruppen zugeordnet. Im Folgenden werden die für die Großregion bedeutenden Böden basierend auf der WRB-Klassifikation und der European Soil Database external link bzw. dem Soil Atlas of Europe external link näher erläutert (vgl. Tabelle 1 und 2).

Zudem werden zur besseren Einordnung auch die Bezeichnungen nach der deutschen Bodenklassifikation (vgl. Scheffer & Schachtschabel 2010) bzw. dem französischen Référentiel pédologique 2008 (Baize & Girard 2009) gegeben.

Dystric Cambisols
Ein Drittel der Böden der Großregion werden von Dystric Cambisols dominiert, nach der deutschen Bodenklassifikation auch als saure Braunerden einzustufende Böden (Brunisols dystriques).

Diese für die mitteleuropäischen Mittelgebirge typischen Böden stehen vor allem in Ardennen und Ösling, Eifel und Hunsrück, Taunus und Westerwald, dem Pfälzerwald sowie in den Vogesen und dem westlich anschließenden Vogesenvorland an.

Ihr geringer Nährstoffgehalt ist in der Hauptsache eine Folge des basenarmen geologischen Ausgangssubstrates (Metamorphite und magmatische paläozoische Gesteine sowie mesozoische Sandsteine). Vereinzelt sind sie auch in quartären glazialen Ablagerungen entwickelt.

Diese Böden sind skelettreich und häufig von geringer Entwicklungstiefe. Aufgrund dieser Umstände sind sie weniger für den Ackerbau sondern mehr für Grünlandwirtschaft und Forstwirtschaft geeignet.

Schadstoffeinträge über den Luftpfad während der vergangenen Dekaden und die z. T. intensive Nutzholzentnahme bedingen allerdings eine zunehmende Versauerung der forstlich genutzten Böden, die schon aufgrund des nährstoffarmen geologischen Untergrundes zu vergleichsweise niedrigen pH-Werten neigen.

Der Horizontaufbau dieser Böden gliedert sich in einen teilweise nutzungsbedingt nur 5–10cm mächtigen humosen Oberboden und einen in der Regel etwa 20–60cm mächtigen humusarmen Verwitterungshorizont.

Der Humusgehalt des Oberbodens nimmt mit der Höhenlage zu, da der mikrobielle Abbau der organischen Substanz (Streu) aufgrund abnehmender Temperaturen bzw. verkürzter Vegetationsperiode und zunehmenden Niederschlägen bei geringerer Verdunstung abnimmt.

In der Folge wird Humus akkumuliert. Im Extremfall kann dies zur Ausbildung von Hochmooren führen.

Tabelle 1: Übersicht über die Böden der Großregion nach der European Soil Database (WRB-Klassifikation) Tabelle 2: Präfix-Qualifier der beschriebenen WRB-Bodentypen (nach European Commission 2005 und IUSS Working Group WRB 2007)

Eutric Cambisol, Borg (NW-Saarland), kartiert gemäß dt. Klassifikation als Braunerde mit fossilem Pflughorizont im Oberboden (fAp), verbrauntem Unterboden (Bv) und zwei verwitterten Untergrundhorizonten (II Cv und III Cv), sowie einem durch Stauwassereinfluss geprägten Sw-Horizont
Fotos: B. Neumann

Eutric Cambisols
Einen weiteren wichtigen Bodentyp der Großregion stellen auf etwa 23% der Fläche die Eutric Cambisols dar. Diese auch als nährstoffreiche Braunerden (Brunisols eutriques mésosaturés) zu beschreibenden Böden finden sich vor allem im lothringischen Schichtstufenland und dem Gutland.

Daneben gibt es isolierte Vorkommen im Bereich des Neuwieder Beckens der Westpfalz und des Oberrheingrabens. Mit Ausnahme des Neuwieder Beckens - hier dominieren überwiegend Vulkanite das Ausgangsgestein - sind diese Böden in nährstoffreichen Mergeln und Tonen des Mesozoikums und deren quartären Umlagerungsprodukten angelegt.

Sie sind häufig skelettarm, nährstoffreich und von großer Entwicklungstiefe, was diese Standorte für eine ackerbauliche Nutzung prädestiniert.

Bei stärkerer Hangneigung tendieren sie allerdings aufgrund des hohen Anteils feinen Bodenmaterials (Schluff) zur Bodenerosion durch abfließendes Wasser, insbesondere wenn der Boden intensiv landwirtschaftlich genutzt wird und zeitweilig unbedeckt ist.

Das Profil dieser Böden ist aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung gekennzeichnet durch einen 20–30cm mächtigen Pflughorizont, der einem in der Regel 20–50cm mächtigen humusarmen Verwitterungshorizont auflagert.

In steileren Relieflagen kann der Verwitterungshorizont aufgrund einer z. T. bis in die Römerzeit zurückreichenden Bodenerosion durch oberflächlich abfließendes Wasser komplett fehlen.

Solche auch als Pararendzinen (Calcaric Regosol oder Eutric Leptosol) bezeichneten Böden, bzw. Ranker (Leptosol) bei extrem flachgründiger Ausprägung, weisen eine deutlich verringerte Wasserspeicherkapazität auf.

Dies kann zu Trockenschäden der Vegetation während der Sommermonate und bei intensiver landwirtschaftlicher Nutzung zu einem verstärkten Eintrag von Nitrat in das Grundwasser und angrenzende Fließgewässer führen.

Haplic Luvisols
Ebenfalls recht häufig verbreitet sind auf mehr als ein Zehntel der Fläche Haplic Luvisols (Luvisols typiques), die im Wesentlichen auf Silt- und Tonsteinen des Karbons in der Wallonie auftreten. Daneben findet sich dieser Bodentyp noch gehäuft auf den Lößvorkommen im südlichen Teil des pfälzischen Oberrheingrabens.

Diese im Oberboden entkalkten Böden haben durch Tonverlagerung einen schwach wasserstauenden Horizont im Unterboden entwickelt, der sich aber nicht negativ auf ihre guten Standorteigenschaften als Ackerböden auswirkt, und werden in der deutschen Bodenklassifikation als Parabraunerden typisiert.

Auch in diesen Böden findet sich zuoberst meist eine – ebenfalls nutzungsbedingt – 20-30cm mächtige Pflugsohle über einem 10-20cm mächtigen, häufig tonverarmten Horizont.

Der ausgewaschene Ton ist einem 10-20cm mächtigen Tonanreicherungshorizont an der Basis des tonverarmten Horizontes akkumuliert. Darunter kann ein bis zu 40cm mächtiger Verwitterungshorizont folgen.

Teilweise kommt es in schwach reliefierten Lagen zu Staunässe in Folge einer Versiegelung der Bodenporen im Tonanreicherungshorizont. Steilere Lagen der in Löß angelegten Bodenprofile sind unter Acker- und Weinanbau besonders erosionsgefährdet, so dass in diesen meist bereits gekappten Profilen die heutige Pflugsohle direkt im Tonanreicherungshorizont angelegt ist.

{gallery}nature/boden/textfotos/textfoto11a&legende=non& reflexion=2{/gallery}Flachgründiger Calcaric Cambisol (Kalkbraunerde), Böckweiler (SO-Saarland), mit rezentem (Ap) und fossilem Pflughorizont (fAp) über verbrauntem BvCv Übergangshorizont und verwitterten Untergrundhorizonten (II Cv und III Cv), Ausgangsgestein: Mittlerer Muschelkalk
Foto: B. Neumann

Flachgründiger Calcaric Cambisol (Kalkbraunerde), Böckweiler (SO-Saarland), Profil siehe oben
Foto: B. Neumann

Calcaric Cambisols
Etwa 7 % der Böden der Großregion nehmen Calcaric Cambisols (Calcosols) - kalkreiche Braunerden und Rendzinen - ein. Diese kalksteinreichen Böden weisen einen hohen Skelettgehalt auf und besitzen oft nur eine geringe Entwicklungstiefe, so dass sie trotz hoher Nährstoffgehalte und pH-Werte nur bedingt ackerbaulich geeignet sind und vermehrt als Grünlandstandorte genutzt werden.

Bedingt durch eine oft über Jahrhunderte währende Nutzung ist der humose Oberboden oft nur wenige Zentimeter bis 25cm mächtig und lagert oftmals direkt dem anstehenden Kalkstein (Rendzinen), oder einem 20–40cm mächtigen, tonhaltigen Verwitterungshorizont (kalkreiche Braunerden) auf.

Aufgrund des hohen Ton- und Steingehaltes sind diese Böden nur bedingt ackerbaulich nutzbar.

Eutric Fluvisols
Eutric Fluvisols sind nährstoffreiche Aueböden und als solche im Wesentlichen ein Produkt der mittelalterlichen Rodungsphasen und der korrespondierenden Bodensedimentbildung in den Überschwemmungsbereichen der großen Flüsse.

Die fruchtbaren Böden werden trotz  ihrer Lage in den auch heute noch bei Hochwasserereignissen von Überschwemmungen heimgesuchten Flussauen als Acker- und Grünlandstandorte genutzt und nehmen rund 5% der Fläche in der Großregion ein. Teilweise dienen sie auch dem Gemüseanbau.

Die Bodenprofile sind gekennzeichnet durch einem 5–30cm mächtigen humosen Oberboden bzw. Pflughorizont, der in den nur wenig differenzierten Aueablagerungen entwickelt ist.

Eine weitere Profildifferenzierung fehlt häufig aufgrund des geringen Alters der Sedimente. Bei hohem Grundwasserstand sind im Unterboden oft rostbraune Horizonte mit Anreicherungen von Eisenhydroxid ausgebildet.

Darunter ist eine deutliche Verarmung an Eisenoxyden zu beobachten, die sich in einer deutlichen Bleichung dieses Grundwasserhorizontes niederschlägt. Diese Dynamik ergibt sich aus den sauerstoffarmen Bedingungen im Bereich der grundwassergefüllten Bodenporen.

Stadtautobahn an der Saar bei Saarbrücken. Flächenversiegelung und Begradigungen sowie Kanalisationen der Flüsse haben entlang der Flussauen nicht nur wertvollen Retentionsraum, sondern auch fruchtbare Aueböden verschwinden lassen
Foto: B. Neumann

Quellen


Ad-Hoc Arbeitsgruppe Boden 2005: Bodenkundliche Kartieranleitung. 5. Auflage, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Bundesrepublik Deutschland: Hannover.

Baize, D. & Girard, M.-C. (Hrsg.) 2009: Référentiel pédologique 2008. - Association française pour l’étude du sol (Afes), Éditions Quæ, Versailles.
European Commission 2005: Soil Atlas of Europe. European Soil Bureau Network, Office for Official Publications of the European Communities, Luxembourg.

IUSS Working Group WRB 2007: World Reference Base for Soil Resources 2006. Erstes Update 2007. Deutsche Ausgabe. - Übersetzt von Peter Schad. Hrsg. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover.

Scheffer, F. & Schachtschabel, P.  2010: Lehrbuch der Bodenkunde. - Neubearb. v. Hans-Peter Blume, Gerhard W. Brümmer, Rainer Horn u. a. Begr. v. Fritz Scheffer u. Paul Schachtschabel. 16. Aufl., Spektrum Akademischer Verlag.

Externe links 


Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe BGR, Deutschland - Europäischer Bodenatlas external link

Europäische Kommission, Umwelt, Boden external link

EU-Kommission Joint Research Centre - European Soil Portal external link

EU-Kommission Joint Research Centre: Soil Atlas of Europe external link

IUSS Working Group WRB (2007): World Reference Base of Soils (WRB) external link pdf