Birkenfeld

GA018 1817: Herrstein, Birkenfeld ...

Birkenfeld an Oldenburg


Der Herzog von Oldenburg, dem auf dem Wiener Kongress der Titel eines Großherzogs verliehen worden war, bekam im Vertrag vom 9. April 1817 offiziell den Großteil der Kantone Herrstein und Birkenfeld übertragen. Darüber hinaus wurden ihm Territorien der Kantone Hermeskeil, Wadern, St. Wendel, Baumholder und Rhaunen zugesprochen. Dieses zusammenhängende Gebilde besaß eine Fläche von 502,83 km².

Am 16. April 1817 verlieh der Herzog dem Gebiet die Bezeichnung "Fürstentum Birkenfeld". Dies war nach Artikel 49 der Wiener Schlussakte erfolgt, womit das Fürstentum Birkenfeld ebenso wie das benachbarte Lichtenberg eine Konstruktion des Wiener Kongresses war.

Was den Herzog von Oldenburg betrifft, so war dieser nicht sonderlich begeistert von diesem kleinen unbedeutenden Gebiet, das weit von seinem Herrschaftsgebiet entfernt lag. Er nahm das Gebiet nur widerwillig an und wollte es so schnell wie möglich gegen ein näher bei Oldenburg liegendes Territorium eintauschen.

Fürstentum Birkenfeld, 1817-1918
R. Andree 1881

Was die Verwaltung dieses neuen Fürstentums angeht, so muss erwähnt werden, dass sie ganz auf den Herzog zugeschnitten war, mit anderen Worten, das Fürstentum wurde absolutistisch geführt. Es war in drei Ämter unterteilt: das Amt Birkenfeld, das Amt Oberstein und schließlich noch das Amt Nohfelden.

Des Weiteren war Birkenfeld bis zur Verwaltungsreform von 1879 in die Bürgermeistereien Birkenfeld, Nohfelden, Fischbach, Herrstein, Oberstein, Leisel, Niederbrombach, Achtelsbach und Neunkirchen unterteilt.

Wie Lichtenberg und die gesamte Rheinregion wurde das Fürstentum Birkenfeld ebenfalls durch die revolutionären Ideen aus Frankreich beeinflusst.

Quellen


Becker, B. & E. Schaaf 1980: Geschichte des Fürstentums Birkenfeld von 1817 bis 1848/49, Koblenz, S. 56

Eckhardt, A. 1983: Birkenfelds Weg vom oldenburgischen Landesteil zum preussischen Landkreis, Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg

Hartmann, S. 1978: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Reihe B, Herausgegeben von Thomas Klein, Johann-Gottfried-Herder-Institut Marburg/Lahn, Bd. 17: Hansestädte und Oldenburg, S. 136-249

Rothenberger, K.-H. 1974: Zur Territorialgeschichte des Regierungsbezirks Trier 1814-1970, In: Landeskundliche Vierteljahrsblätter, Trier, H. 2, S. 62-71.