Saarland

GA072 1945: Saarland

1945: Saarland französische Besatzungszone


Die letzte große Gebietsfrage die Großregion betreffend war die Saarfrage. Frankreich wollte sich dieses Gebiet ein für allemal einverleiben. Aus diesem Grund wurde es anders als die restlichen von Frankreich besetzten Gebiete behandelt. Das Saarland war zusammen mit anderen westrheinischen Gebieten sowie weiteren Gebieten am Rhein am 26. Juli 1945 zur französischen Besatzungszone erklärt worden. Französische Truppen sowie ein französischer "Délégué Supérieur" waren nun für das Saarland zuständig.

Die französische Linie hinsichtlich der Saar kann in drei Punkten zusammengefasst werden: Erstens die Abtrennung von Deutschland, zweitens Bindung durch Wirtschaftsanschluss an Frankreich und drittens die Vereinigung mit Frankreich als eventuelles Fernziel.

Dafür benötigte Frankreich allerdings die Unterstützung der restlichen Alliierten. Die Amerikaner machten jedoch einen Unterschied zwischen der wirtschaftlichen Verbindung des Saarlandes mit Frankreich und der politischen Einverleibung. Somit fiel diese Option für Frankreich weg und es wurde amtlich nicht mehr von einer Annexion des Saarlandes gesprochen.

Die Franzosen wussten, dass dies nicht möglich war, denn eine Annexion hätte weder die Zustimmung der Alliierten, noch die der im Saarland lebenden Bevölkerung gefunden. Das Saarland sollte also zumindest von Deutschland losgelöst werden.

Ein Verfechter dieser Idee war Abel Verdier, der eine sofortige Annexion der Saar durch Frankreich zwar ablehnte, sich jedoch für ein Sonderstatut des Saarlandes einsetzte. In der Zeit, in der das Saarland unter dem Sonderstatut stünde, sollte den Bewohnern die französische Kultur und Wirtschaft näher gebracht werden, um zu einem späteren Zeitpunkt mit Frankreich verbunden zu werden.

Deutschland nach dem 2. Weltkrieg (1.9.1945)
Quelle: © A. Kunz, IEG-MAPS
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Quellen


Fischer, P. 1959: Die Saar zwischen Deutschland und Frankreich. Politische Entwicklung von 1945-1959, Frankfurt am Main