Rheinland-Pfalz

Glas- und Kristallerzeugung in Rheinland-Pfalz

Eva Mendgen

 
 
Quellen Links

 


In Rheinland-Pfalz sind bereits seit römisch-keltischer Zeit Glashütten nachgewiesen, etwa in Kordel (GK) oder Trier (GK).

Glashütten siedelten sich auch hier in Gegenden mit günstigen Rohstoffvorkommen und guter Verkehrsanbindung – der Rhein als wichtigste Wasserstraße Europas – an.

Allerdings wurde das Gros der Glaswaren seit Beginn der Industrialisierung aus den benachbarten Regionen Saar, Lothringen und Wallonien importiert.

Die Flaschenglasindustrie an der Saar belieferte vor allem die Winzer an der Mosel, Rheinweingläser wurden in den saarländischen und lothringischen Glas- und Kristallglashütten produziert. 


Karte: Glas- und Kristallerzeugung

Glas und Kristall

Eva Mendgen, Saarbrücken

Nachbildung eines hochmittelalterlichen Glasofens
Quelle: Kulturkreis Hochmark
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Industrie
Die Glasindustrie ist erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit der Ansiedlung des global agierenden Technologiekonzerns und Spezialglasherstellers Schott AG in Rheinland-Pfalz (GK Mainz Schott) zum wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Heute ist hier die Werkstoff- und Oberflächentechnologie zuhause.


Forschung und Lehre
Industrie und Forschung im Glasbereich hängen eng zusammen. Die Unternehmen haben eigene Forschungsabteilungen, die Fachhochschule Koblenz unterhält das Institut für Künstlerische Keramik und Glas in ihrer Dependance in Höhr-Grenzhausen.

Sie hat sich zum Ziel gesetzt, "in der Entwicklung der Studierenden nicht nur für die freie künstlerische Gestaltung, sondern auch für die angewandte Gestaltung im Bereich der industriellen Fertigung" zu fördern.

Initiativen zur Erforschung der Geschichte der Glaserzeugung
Zur Geschichte der Glashütten und der Glasindustrie in Rheinland-Pfalz ist kaum etwas bekannt; es gibt bislang kaum wissenschaftliche Publikationen. Auch hier spielen private Initiativen bei der Erforschung der regionalen Geschichte eine besondere Rolle:

Im Mai 2000 gründete eine Handvoll Idealisten den Kulturkreis Hochmark e.V. external link, der mittlerweile 110 Mitglieder zählt. Ziel des Vereins ist es u. a., die immer noch geheimnisvolle Geschichte der Glasherstellung auf der Hochmark bei Kordel aufzuhellen:

"Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist bekannt, dass hier einmal Glashütten gestanden haben. Damals fanden spielende Kinder neu auf der Hinteren Hochmark angesiedelter Kleinbauern "Glasthränen" und anderes, Aufmerksamkeit erweckendes Glitzerzeug. Dies war der Beginn einer heimatkundlichen Forschungsgeschichte, die noch lange nicht abgeschlossen ist."

Studierende beim Glasblasen
Foto: IKKG, FH Koblenz, Westerwaldcampus
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Floatglasproduktion bei der Schott AG in Mainz
Quelle: © Schott AG
 

 

Quellen


Dreesen, J. (Hrsg.) 1998: Industrialisierung in der Südeifel, Schwerpunkt 19. Jahrhundert. Verbandsgemeinde Irrel

Janssen, W. 1975: Studien zur Wüstungsfrage im fränkischen Altsiedelland zwischen Rhein, Mosel und Eifelnordrand. 2 Bände. Text u. Katalog, 1975

Krausse, D. & A. Fischbock 2006: Fundstellenkatalog: Die keltisch-römische Siedlung von Wallendorf und ihr archäologisches Umfeld.

Externe Links


Kulturkreis Hochmark e.V. external link

Schott AG external link