Mariannenthal

GK013 Mariannenthaler Glashütte

 

Mariannenthaler Glashütte

D-66280 Sulzbach

1784-1918

Tafelglas, Mousselin- und Ornamentglas, Mattglas, Glasmalerei, Flaschenglas


Eva Mendgen

Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Sulzbach gab es zwischen 1784 und 1929 drei Glashütten. Als erste wurde die Mariannenthaler Hütte 1784 von der Gräfin Marianne von der Leyen (Blieskastel) auf Staatskosten erbaut und dann an Glashüttenbesitzer aus Friedrichsthal und Qierschied verpachtet.
Sie stellte Tafelglas her, ab den 1831 auch Flaschen und ab den 1860er Jahren auch Mousselin- und Ornamentglas, sowie 1874 Mattglas.

Eine Besonderheit war die 1864 in Betrieb genommene Glasmalerei (Kirchenfenster). Die Glashütte beschäftigte um 1900 etwa 185 Arbeiter und stellte jährlich 360 000m² Fensterglas her. 1916 wurde das Unternehmen, das seit 1847 Adolf Wagner gehörte, von der St. Ingberter Lautzenthalhütte aufgekauft. Bergschäden und die Konzentration Glasindustrie führten 1918 zur Stilllegung.

Die Sulzbacher Glashütte (Chevandier & Vopelius) richtet 1809 in einer stillgelegten Bittersalzfabrik mit Erlaubnis von Napoleon eine Glashütte ein, die ab 1815 auf bayrischem Gebiet in Schnappach an der Grenze zu preußischem Gebiet liegt. Produktionsschwerpunkt ist Fensterglas. Auf ihren Besitzer, Carl Philipp Vopelius, geht das erste Kartell der Tafelglashersteller zurück. 1858/59 erfolgt der Bau einer zweiten Glashütte auf preußischer Seite.

1911 erfolgt der Zusammenschluss mit der Vereinigten Vopelius & Wentzel’schen Glashütte (VWG), der die Stilllegung der Sulzbacher Glashütte, die noch 210 Arbeiter beschäftigt, mit sich bringt. Die Gebäude werden wegen starker Bergschäden an die Grubenverwaltung verkauft und zum großen Teil abgerissen.

1865 entstand die dritte Sulzbacher Glashütte auf Initiative von Eduard Vopelius (Sohn des C.Ph.Vopelius). Sie stellte ebenfalls Fensterglas her und beschäftigte in den 1890er Jahren etwa 220 Personen. Sie ging 1911 in der VWG auf. In ihren Werksanlagen gründete Max von Vopelius, Sohn des Miteigentümers dieser ehemaligen Vopelius-Glashütte, Richard Vopelius, 1924 die Richardhütte AG, wo das neue Tafelziehverfahren nach Fourcault getestet wurde. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Testphase wurde die Richardhütte 1929 stillgelegt, die Tafelglasproduktion konzentrierte sich jetzt in der VWG in St. Ingbert.

Sulzbacher Glasfabrikanten waren es, die 1825 im heutigen Saarbrücker Stadtteil Altenkessel 1825 die Louisenthaler Fensterglashütte einrichteten.