Sulzbach

GK012 Sulzbacher Glashütte

Glashütte Vopelius Sulzbach 1928
Quelle: Stadtarchiv Sulzbach  

Sulzbacher Glashütte

Sulzbach

1809-1911 

Fensterglas


Eva Mendgen

Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Sulzbach gab es zwischen 1784 und 1929 drei Glashütten.

Die Sulzbacher Glashütte (Chevandier & Vopelius) richtet 1809 in einer stillgelegten Bittersalzfabrik mit Erlaubnis von Napoleon eine Glashütte ein, die ab 1815 auf bayrischem Gebiet in Schnappach an der Grenze zu preußischem Gebiet liegt. Produktionsschwerpunkt ist Fensterglas. Auf ihren Besitzer, Carl Philipp Vopelius, geht das erste Kartell der Tafelglashersteller zurück. 1858/59 erfolgt der Bau einer zweiten Glashütte auf preußischer Seite.

1911 erfolgt der Zusammenschluss mit der Vereinigten Vopelius & Wentzel’schen Glashütte (VWG), der die Stilllegung der Sulzbacher Glashütte, die noch 210 Arbeiter beschäftigt, mit sich bringt. Die Gebäude werden wegen starker Bergschäden an die Grubenverwaltung verkauft und zum großen Teil abgerissen.

1865 entstand eine weitere Sulzbacher Glashütte auf Initiative von Eduard Vopelius (Sohn des C.Ph.Vopelius). Sie stellte ebenfalls Fensterglas her und beschäftigte in den 1890er Jahren etwa 220 Personen. Sie ging 1911 in der VWG auf. In ihren Werksanlagen gründete Max von Vopelius, Sohn des Miteigentümers dieser ehemaligen Vopelius-Glashütte, Richard Vopelius, 1924 die Richardhütte AG, wo das neue Tafelziehverfahren nach Fourcault getestet wurde. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Testphase wurde die Richardhütte 1929 stillgelegt, die Tafelglasproduktion konzentrierte sich jetzt in der VWG in St. Ingbert.

Sulzbacher Glasfabrikanten waren es, die im heutigen Saarbrücker Stadtteil Altenkessel 1825 die Louisenthaler Fensterglashütte einrichteten.