Elsass-Lothringen

GA049 1918: Elsass-Lothringen

1918: Wiederangliederung Elsass-Lothringens an Frankreich


Anfang Oktober 1918 überschlugen sich im Deutschen Reich die Ereignisse. Am 1. Oktober wollte die Oberste Heeresleitung ein Waffenstillstandsgesuch erbitten. Prinz Max von Baden wurde am 3. Oktober 1918 zum Reichskanzler ernannt. Die Militärführung wusste, dass das Heer nicht mehr lange durchhalten konnte.

So wurde in der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober ein Waffenstillstandsgesuch über die Schweiz nach Washington entsandt. In diesem Telegramm stand, dass das Deutsche Reich die Friedensverhandlungen auf der Grundlange von Präsident Wilsons Rede vom 27. September führen wolle. Somit hatte die militärische Führung Deutschlands Wilsons 14 Punkte akzeptiert, ohne deren genauen Inhalt zu kennen.

Anfang November brachen immer mehr Meutereien im Deutschen Reich aus, die bei den Matrosen in Kiel ihren Ursprung gefunden hatten. Schließlich brach das Deutsche Reich in sich zusammen. Gegen Mittag des 9. November 1918 ließ Prinz Max von Baden die Abdankung des Kaisers verlauten, dann gab er sein Amt an Friedrich Ebert, den Führer der Mehrheitssozialdemokratischen Partei Deutschlands ab.

Elsass-Lothringen (1871-1918)
Quelle: http://alsacegenweb.online.fr externer Link

Am 6. November 1918 war Matthias Erzberger zum Vorsitzenden der Waffenstillstandskommission ernannt worden. Bereits am 8. November trafen Erzberger und seine Kommission im Wald von Compiègne Marschall Foch im Salonwagen seines Sonderzuges. Dort wurden ihnen die Waffenstillstandsbedingungen vorgelesen. Der Waffenstillstand war demütigend für Deutschland und versetzte es in eine Lage, in der eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen unmöglich war.

Unter anderem hatte das Waffenstillstandsabkommen die sofortige Rückgabe von Elsass-Lothringen an Frankreich vorgesehen, sowie die Besetzung von großen westrheinischen Gebieten durch alliierte Truppen. Schließlich wurde am Morgen des 11. November 1918 das Waffenstillstandsabkommen von beiden Seiten unterzeichnet.

Das französische Hauptkriegsziel im Ersten Weltkrieg war die Wiedergewinnung Elsass-Lothringens. Dieses Ziel stand während des gesamten Kriegsverlaufs fest und wurde bereits in den Waffenstillstandsbedingungen vom 11. November 1918 gefordert.

Der 5. Abschnitt des Versailler Vertrags behandelt Elsass-Lothringen. Darin steht, dass das Unrecht von 1871 durch den Waffenstillstandsvertrag vom 11. November 1918 wieder gutgemacht wurde. Die Grenzen waren wieder auf den Stand von vor 1871 gebracht worden. 

Quellen


Beaupré, N. 2007: (Wieder-) Herstellen, löschen, verschieben: Grenzen in den Köpfen, Das Saarland zwischen Krieg und Volksabstimmung in den ersten Jahren der "Besatzungszeit". In: Die Grenze als Raum, Erfahrung und Konstruktion, Deutschland, Frankreich und Polen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert, Frankfurt, S. 163-182

Kolb, E. 2005: Der Frieden von Versailles, München

Gesetz über den Friedensschluß zwischen Deutschland und den alliierten und assoziierten Mächten, In: Reichsgesetzblatt, Teil II, 12. 08. 1919, S. 687-1336