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Großsporteinrichtungen

 

Pierre Ginet

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Der Begriff der Großsporteinrichtung (GES)

Die GSE, eine Sporteinrichtung…
Die Vorläufer der Sporteinrichtungen gehen bis auf die römischen Thermen zurück, es muss allerdings bis zum 19. Jahrhundert auf die Verbreitung dieser Einrichtungen in den großen Städten gewartet werden. Sie entstanden als Turnhallen und private Schwimmbäder, die am Anfang nur den Wohlhabenderen vorbehalten waren (RIMETZ, 1991).

In Europa ist der Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt von einer Wende in der Geschichte des Sports und von der Demokratisierung der Sporteinrichtungen. Seit den sechziger Jahren müssen sich diese neuen Ansprüchen stellen.

Die Entwicklung des Sportunterrichts in der Schule bringt die für die Erziehung und die Jugend zuständigen staatlichen Behörden dazu, spezifische Einrichtungen zu fordern. Mit der Veränderung der Lebensweisen entstehen neue Publikumsschichten.

Karte: Großsporteinrichtungen

 

Grands Equipements Sportifs

Pierre Ginet, Université de Metz

Der Aufschwung des Sports geht einher mit dem der Konsumgesellschaft und wird zu einer alltäglichen Gepflogenheit, doch gleichzeitig auch zu einem regelrechten Markt. Die Privatpromotoren interessieren sich genauso, wenn nicht stärker dafür als staatliche Behörden, weil Sporteinrichtungen mittelfristig eine rentable Geldanlage darstellen können. Sie entwickeln sich weiter, in Richtung auf eine größere Polyvalenz.

Zu einer Zeit, als das Konzept der Sporteinrichtung eine nie gekannte Vielseitigkeit an Sinn und Bedeutung in Sachen Territorialentwicklung erfuhr, wurden Versuche einer Typologie unternommen. So kann man sich auf die Arbeiten von Vigneau (1998) stützen, um die verschiedenen Typen von Sporteinrichtungen nach der Art ihrer sportlichen Ausrichtung zu klassifizieren:

a) sportliche Einrichtungen nach Bestimmungszweck: ex nihilo errichtete Bauten für die Ausführung von sportlichen Tätigkeiten (Stadion, Sporthalle, …);
b) Gestaltung von Sporteinrichtungen durch Anpassung: Orte in der Natur oder bestehende Einrichtungen, welche durch menschlichen Eingriff eine sportliche Aktivität möglich machen, auch evtl. nur zeitweise (Wanderweg, …);
c) Räume, die durch Aneignung vom Menschen für Körper- und Sportaktivitäten nutzbar gemacht werden: natürliche, im ursprünglichen Zustand belassene Orte, die genutzt werden für sportliche Aktivitäten (Revier zum Strandsegeln, …), und die Einrichtungen nach ihrer Funktion zu unterscheiden: spezifische oder Mehrzweck-Sporteinrichtungen (sportliche und außersportliche Aktivitäten), Multisport, sportliche Veranstaltungen (für Zuschauer zugängliche Sportereignisse) und, entsprechend ihrer Morphologie: Hallen- und Freiluft-Anlagen, großflächige Räume (Skipiste, …) und lineare Räumlichkeiten (Leichtathletikpiste, Velodrom, …).

Indoor-Skipiste Ice Mountain, Comines/Wallonie. Foto: Ice Mountain

… mit spezifischen Eigenschaften
Diese Typologie, wie auch andere, erlaubt es trotzdem nicht, eine universelle und vollends zufriedenstellende Definition des Begriffes GSE zu geben. Um den Begriff zu erfassen müssen eine gewisse Anzahl anderer Kriterien zusammengeführt werden, die es erlauben, eine Großsporteinrichtung von einer Infrastruktur geringerer Bedeutung zu unterscheiden.

Wir können diese in vier Kategorien einteilen: morphologische, wirtschaftliche, funktionelle und attraktivitätsbezogene Kriterien. Alle verweisen auf eine gewisse Anzahl von spezifischen Charakteristika, die allein auf "große" Sporteinrichtungen angewandt werden können.

Die Größe
Das nächstliegende Kriterium, um eine GSE zu definieren ist ihre Größe. Wenngleich sie auch eine beträchtliche Bodenfläche aufweisen muss, wird die Größe der GSE auch gemessen am verfügbaren Platz für bestimmteKapazitäten von Publikum, sportlichen Teilnehmern und Partnern. Das impliziert die Umsetzung von spezifischen Strukturen für jede Art von Nutzer.

Sollen Zuschauer Sportveranstaltungen besuchen, sind Tribünen unabdingbar. Eine GSE muss über Tribünen verfügen, die dem Niveau der dort stattfindenden Sportveranstaltungen und den zu erwartenden Publikumszahlen angepasst sind.

Weiterhin bietet eine GSE häufig ein zusätzliches Dienstleistungsangebot, das sich von dem einer Sporteinrichtung geringerer Bedeutung in puncto Quantität, Qualität und Vielfältigkeit abhebt. Es kann sich um von den Sportaktivitäten abgeleitete Dienstleistungen handeln (Saunas, Aufwärmbereiche, Relaxationsräume), Dienstleistungen für den Empfang der Nutzer (Parkplätze, ...) oder die Entspannung der Sportler oder des Publikums.

Abseits dieser Tribünen können Logen und VIPs vorbehaltene Plätze eingerichtet sein. Innerhalb von GSE mit weltweiter Ausstrahlung nehmen Leistungen im Zusammenhang mit den Logen im Übrigen immer weiter zu: Ankleideräume, Salon, Bar, privater Restaurationsservice, reservierte Parkbereiche, ... . Verschiedene für den Hochleistungssport spezifische Einrichtungen finden sich ausschließlich in den GSE: Räume für die kardio-vaskuläre Rückkehr zur Ruhe zum Beispiel, mit Coaching durch Fachpersonal.

Die Architektur
Die Professionalisierung und Mediatisierung des Hochleistungssports bedingen höhere Ansprüche an Image und Sicherheit, was den Empfang der Sportler, des Publikums, der Presse und der Sponsoren anbelangt. Weil eine GSE über die Medien transportiert wird, muss sie über ein sportliches Image von hoher Qualität verfügen, das über die Grenzen hinaus wahrgenommen wird, und benötigt zu diesem Zweck ein Jahresbudget, das der Werbung und der Umsetzung der neuesten Normen hinsichtlich ökologischer Bauweise gewidmet ist.

Wirtschaftliche Kriterien
Ein zweites Kriterium sind die Kosten, welche die GSE verursacht hat und weiter verursacht. Sie lassen sich einteilen in die Investitionskosten für den Bau der Infrastruktur einerseits und die Betriebskosten andererseits.

- Die Investitionskosten
Es ist besonders komplex, die Kosten einer GSE genau abzuschätzen, denn sie muss zahlreiche Parameter mit einbeziehen und hängt unter anderem von den Entscheidungen des Bauherrn ab, den topographischen Gegebenheiten oder den klimatischen Bedingungen der jeweiligen Region. Dieser Anfangskostenpunkt umfasst in unterschiedlichen Proportionen sowohl private Quellen wie auch öffentliche Finanzierung.

- Die Betriebskosten
Die Betriebskosten umfassen die jährliche Finanzlast, die eine solche Einrichtung mit sich bringt, das heißt: die Fixkosten (Entlohnung der Angestellten, der Trainer, Soziallasten, …), laufende Betriebskosten (Reinigung, Amortisierung des Mobiliars, …), Verwaltungskosten, bewegliche Betriebskosten (Kosten im Zusammenhang mit dem Training, …). Die Festlegung der finanziellen Ressourcen der GSE setzt eine sorgfältige Nachforschung voraus, bei Clubs und Sportvereinen, welche die Anlage nützen, bei Sponsoren, beim Publikum, welches das Zentrum regelmäßig besucht (Eintrittstarife) und bei der öffentlichen Hand (Subventionen).

Nationales Sport- und Kulturzentrum d'Coque, Luxemburg
Foto: © Black Frogs Schieren 

Funktionelle Kriterien
- Die Polyvalenz
Eine GSE funktioniert oft als Multisportkomplex. Dank der Präsenz zahlreicher Sportinfrastrukturen ist es möglich, auf seinem Gelände, verschiedene Aktivitäten zu praktizieren. Diese neuen Sport- und Freizeitstätten spiegeln die Diversifizierung der Praktiken und die technischen Neuerungen wider, welche rivalisieren und in der architektonischen Darstellung ebenso repräsentiert sein wollen wie auf sportlicher Ebene.

Eine polyvalente Ausstattung muss den Nutzern gleichzeitig Freizeitaktivitäten, Freizeit- und Leistungssport sowie die Möglichkeit bieten, als Zuschauer an den Sportereignissen teilzunehmen. Sie vereint Räume zur sportlichen Darbietung, Ausführung und Vorbereitung. Die ersteren bestehen im Empfang eines großen Publikums, das zu den Veranstaltungen kommt. Sie umfassen Tribünen, Bars, Empfang, ...

Die zweiten erlauben die Durchführung von zivilen, schulischen, universitären Wettkämpfen, die den Abschluss einer Trainingsarbeit bilden, ohne jedoch einen wirklich offiziellen Charakter zu haben. In diesem Rahmen finden auch die Einheiten für Training und Freizeitsport statt. Die dritten erlauben das Training in all seinen technischen, taktischen, physischen und mentalen Aspekten. Schließlich können Räume für die sportliche Erholung mit spielerischer Zielsetzung im Rahmen einer GSE angeboten werden (Rutschbahnen, Wildwasserbahnen, Restaurants, …). Diese Bereiche dienen der Entspannung der Nutzer des Zentrums, Sportlern oder Nicht-Sportlern. Ihre Vielseitigkeit kann sich ausdrücken in der Anpassung der Ausstattung für nicht sportgebundene Zwecke (zum Beispiel musikalische Aufführung oder Folkloreveranstaltung).

Regionalschwimmbad rheinwelle, Gau-Algesheim/Rheinland-Pfalz. Foto: rheinwelle

- Die Aufnahme von nationalen oder supranationalen Wettkämpfen
Der internationale Markt der internationalen Wettkämpfe hat zum Bau von GSE geführt, die der Entwicklung der Praxis des Hochleistungssports Rechnung tragen. Letztere kann definiert werden in Bezug auf föderale Normen, Aufnahmekapazitäten an Publikum (Tribünen, Bar, Sanitäranlagen, …) oder auf lokale Gegebenheiten (hohes lokales Niveau).

Der Wettbewerbssport auf lokaler Ebene benötigt meistens lediglich einen Sportbereich, der den Regeln der Sportföderationen entspricht, mit Umkleide und einigen Plätzen in Sitzreihen. Dagegen erfordern die großen Sportereignisse und Massenveranstaltungen gleichzeitig zahlreichere, vielseitigere, größere und komfortablere Örtlichkeiten.

Die GSE müssen einen Raum anbieten, der dem Niveau des Wettbewerbs und der Zahl der auf dem Feld präsenten Teilnehmer entspricht. Die Wettbewerbe lokaler oder regionaler Größenordnung, welche eine große Zahl an Teilnehmern mit sich bringen, erfordern Sportstätten in genügender Zahl, deren Größe diesbezüglich ausgelegt ist. Das Publikum beschränkt sich auf die Sportler, die Trainer, Familien und Freunde.

Diese Stätten stehen denen entgegen, welche Hochleistungssport aufnehmen, Referenzwettkämpfe (offizielle Wettkämpfe der internationalen Sportföderationen) oder Sportveranstaltungen: die Zahl der Teilnehmer dabei ist begrenzt. Hinzu kommt, dass der Bedarf an angegliedertem Zusatzraum mit dem Niveau der Wettkämpfe wächst, sie müssen eine große Anzahl an Akteuren und Publikum aufnehmen können.

Attraktivität
Die Bedeutung einer Sporteinrichtung misst sich auch an ihrer Attraktivität. Diese kann abgeschätzt werden an der Zahl und der geographischen Herkunft der Personen, die die Einrichtung regelmäßig besucht haben, aber auch auf relativere Art. Das Modell der zentralen Orte von Christaller wurde auf den Sport angewandt, was eine andere theoretische Herangehensweise an die Sportstätten erlaubt (Bake 1989).

Laut dieser besitzen die Sportstätten ihr eigenes Markteinzugsgebiet: die größten Sporteinrichtungen bieten Veranstaltungen auf hohem Niveau und die Königsklasse im Sport, also gibt es davon sehr wenige, die örtlich weit auseinander liegen. Dieser GSE-Typus bedient ein sehr großes Einflussgebiet. Die zweitrangigen Sportstätten bieten ihrerseits Einrichtungen kleinerer Größenordnungen, welche für begrenztere Einflussgebiete und Bevölkerungszahlen benötigt werden, usw.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die GSE über erstklassige Ausstattungen verfügen und imstande sind, ein großes Publikum anzuziehen. Um diese großen Sportzentren verteilt sich eine Vielzahl verschachtelter Zentren von abnehmender Größenordnung, welche wohnortnahe Einrichtungen bieten. Die GSE ist konsequenterweise eine Sporteinrichtung, von denen es aufgrund ihrer Ausmaße, der Vielzahl ihrer Dienstleistungsangebote und ihrer Sporteinrichtungen in einem weiten Umkreis nur sehr wenige gibt und die ihren Einfluss über die lokale oder regionale Ebene hinaus ausweitet. Auf dem Gebiet der Landesplanung bietet diese Hierarchisierung der Sporteinrichtungen, auch indem sie unter Umständen grenzüberschreitende Markteinzugsgebiete mit einbezieht, ein Modell, welches in eine Politik der Raumordnung, der Aufwertung und der Entwicklung eines Gebietes eingebracht werden kann … gegebenenfalls auf der Ebene der Großregion.

Geopolitische Kriterien
In der Tat schreibt sich die Einrichtung einer GSE oft ein in eine Entwicklungsstrategie oder eine ehrgeizige Erneuerung einer Region (Städtebildung, regionale Entwicklung, …). Sie steht für den geographisch greifbaren Ausdruck eines politischen Voluntarismus, der gleichzeitig die symbolische und die wirtschaftliche Funktion eines großen Projekts im Rahmen der Entwicklung einer Region vereint. Die Frage nach der Vernetzung dieser punktuellen Strategien hingegen wird bis dato nicht gestellt oder ignoriert (z.B. Snowhall und Ice Mountain).

Bedeutung der GSE

Gebietsbezogene Relevanz der GSE

Relevanz im Rahmen von städtischen Projekten und Raumplanung
Die GSE wirken wie mächtige Hebel bei der Umgestaltung der Gebiete. Sie schaffen neue Bezüge zum Raum, was besonders im städtischen Umfeld sichtbar wird (z.B. das "Centre National Sportif d’Coque" in Luxemburg-Stadt).

Das Ausmaß des nötigen Einsatzes für die Austragung von internationalen Wettkämpfen in den GSE bietet so die Möglichkeit, ehrgeizige Stadterneuerungsprojekte zu lancieren (z.B. die "Arènes de Metz"). Es stellt auch eine Quelle für die wirtschaftliche Aufwertung ländlicher Räume dar, indem die GSE auf der Welle des sanften und wohnortnahen Tourismus schwimmen, und dies über das ganze Jahr (z. B. Skigebiet Lispach).

 

Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg, Kaiserslautern/Rheinland-Pfalz. Foto: FCK

Relevanz von Finanzierung und Führung
Das Errichten, die Verbreitung und der Ausbau von Sporteinrichtungen bedingen einen intensiven finanziellen Aufwand. Gleichzeitig bieten die Aufnahme und die Veranstaltung internationaler Begegnungen nicht nur eine kurzfristige Investitionsrendite, sondern sie erlauben den Aufbau eines regelrechten Business.

Weil es den öffentlichen Körperschaften schwierig, wenn nicht unmöglich ist, die vollständige Finanzierung zu übernehmen, wird oft die Idee einer öffentlich-privaten Partnerschaft aufgegriffen; jeder der Partner übernimmt dabei den Bereich, den er beherrscht. In diesem Sinne sind die Unternehmen bereit, beträchtliche Summen beizusteuern, um direkt oder indirekt an den Projekten beteiligt zu werden. Auf diese Art können sie sich in die Entwicklung der Gebiete einbringen und von den positiven externen Effekten der GSE profitieren.

Soziale Bedeutung im Zusammenhang mit der Demokratisierung der Sportpraxis: vom Nutzer zum Kunden
Da die hohen Zuschauerzahlen oft ausschlaggebend sind für die Quantifizierung von Größe und Bekanntheitsgrad einer GSE erreichen die privaten Geldgeber schließlich dadurch, dass sie in die Clubs investieren, das Recht, im Interesse der besten Kunden auf die Aufstellung der Kalender einzuwirken oder auf die Handhabung der sportlichen Regeln selbst (Stilfragen, Uniformen, …). Die größten GSE funktionieren größtenteils schon nicht mehr nach den Prinzipien einer öffentlichen Einrichtung, sondern schreiben sich ein in eine prioritär geschäftlich ausgerichtete Logik der Sportpraxis (BROHM, 2006).

Nürburgring, Grand-Prix-Rennstrecke/Rheinland-Pfalz
Quelle: W. Pittenger

Eine exploratorische Herangehensweise: Schlussfolgerungen und Ausblick

Regionale Typologie
Jedes geopolitisches Teilgebiet der Großregion zeichnet sich durch die Prädominanz einer bestimmten Art von Sporteinrichtungen aus.

So bieten das Saarland und Rheinland-Pfalz eher das Bild einer Freizeitgesellschaft, die erfassten Sportzentren verschreiben sich nicht nur dem Sport, sondern auch der Entspannung. Die polyvalenten Infrastrukturen sind dominiert von Aquazentren, die gleichzeitig Schwimmbecken, Kinderbäder und Entspannungszentren anbieten.

Hinzu kommt, dass Deutschland das Image eines Fußball- und Autorennlandes hat. Daher die Präsenz von international renommierten Fußballstadien und Autorennstrecken, welche für Formel-1-Rennen ausgelegt sind, die zur Spitzenklasse nicht nur der Großregion sondern ganz Europas zählen.

In Wallonien fördert die Sportpolitik vor allem die Promotion des Sports bei Jugendlichen. Die "Administration de l’Education Physique, du Sport et de la vie en plein air" (ADEPS), eine Verwaltungsabteilung des "Ministère de la Communauté Française de Belgique" hat in den 1970er Jahren damit begonnen, 17 Sportzentren in Wallonien und in Brüssel zu schaffen.

Dank ihrer sportlichen Ausrichtung ermöglichen sie es über ihr eigentliches Zielpublikum von Jugendlichen und jungen Menschen hinaus, auch jedem anderen Publikum, fast alle Disziplinen zu praktizieren. Einige Zentren sind mehr oder weniger auf den Wassersport, den Freiluftsport oder den Hallensport ausgerichtet, doch alle ermöglichen mindestens zwei Aktivitätsrichtungen. Die wichtigsten Zentren (GSE) befinden sich in der Nähe der belgischen Hauptstadt (z.B. das "Centre sportif du Blocry"), was sich durch die große Bevölkerungsdichte im Ballungsraum Brüssel erklärt.

In Lothringen gibt es erst wenige und zu klein ausgelegte GSE, wenn sie denn die oben genannten Kriterien erfüllen, weil sie entweder völlig auf die Ausübung einer einzigen Sportart ausgerichtet sind oder aber weder Unterkunft noch Gastronomie anbieten.

Trotz der kleinen Fläche Luxemburgs gehört die Größenordnung der GSE dieses Landes, was insbesondere ihre Aufnahmekapazität, aber auch ihre Multiaktivitätsmöglichkeiten anbelangt, voll und ganz in die Kategorie der GSE.

Wissenschaftliche Perspektiven
Wie beschrieben wurde, deckt der Begriff "Großsporteinrichtungen" eine Vielzahl an Bedeutungen ab, die alle Versuche erschweren, sie zu erfassen. Diese erste, teilweise empirische und exploratorische Herangehensweise kann allerdings untermauert werden, indem man Folgendes mit einbezieht:

… quantitative Schwellenwerte, die an jedes einzelne Kriterium angelegt werden, das es erlaubt, eine GSE zu definieren. Diese quantitative Herangehensweise, basierend auf Erhebungen vor Ort (bei den Nutzern von GSE, den Geldgebern, Geschäftsführern und politischen Entscheidungsträgern) und auf einer zielgerichtet vergleichenden Arbeit, würde die notwendige Summe an Zusatzinformationen liefern, welche eine Feinanalyse der bestehenden Lage ermöglichen würden (Kartographie der Einzugsgebiete der GSE und ihrer zeitlichen Entwicklung, Herausarbeitung der mangelhaft ausgestatteten Gebiete und mögliche Vernetzungen im Besonderen).

 
Landgestüt und Pferderennbahn Zweibrücken. Foto: © Agrar Cockpit

… geopolitische Kriterien: Die "große Sporteinrichtung" kann verstanden werden als leistungsstarke Pumpe, die im Stande ist, eine positive Sogwirkung auf das mehr oder weniger große Einflussgebiet auszuüben, in das sie sich einschreibt.

Dieser Begriff des Einflussgebietes verdient besondere Aufmerksamkeit. Er wird oft – um nicht zu sagen immer – empirisch verstanden von den für die Einrichtung und die Finanzierung der GSE zuständigen Entscheidungsträgern.

Die Pisten des Skigebiets Lispach/La Bresse (Vogesen)
Quelle: Alpenwiki
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So stellt die GSE, auch wenn sie eine Metropolisierungsdynamik aufnehmen kann, indem sie derselben beim großen Publikum und bei der nationalen und internationalen Presse durch eine Steigerung des Bekanntheitsgrades ein beachtliches Echo verschaffen kann, ebenfalls einen ausgezeichneten Fixpunkt des Gebietes dar, welches die GSE gleichzeitig antreibt und bekannt macht (wobei diese beiden Ebenen sich nur bedingt überschneiden können).

Die GSE kann so dazu beitragen, die grenzübergreifende Integration zu fördern, die Annäherung benachbarter Ballungsräume oder die Durchmischung von unterschiedlichen oder gespaltenen Publikumsgruppen … Folglich sind die Auswirkungen dieser Einrichtungen von beachtlicher Bedeutung.

Die Quantifizierung und die Kartierung dieser Auswirkungen, die Evaluation ihrer Berücksichtigung innerhalb von oft unklar bleibenden Strategien würden ebenfalls einer Vertiefung bedürfen, dies im Rahmen einer bedeutenderen, vergleichenden geographischen, wirtschaftlichen und politischen Herangehensweise.

Quellen


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Externe Links 


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