Marienverehrung

Marienverehrung

Sonja Kmec

 

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Einführung


Die Karte zeigt die Verbreitung der Verehrung Unserer Lieben Frau von Luxemburg (Trösterin der Betrübten oder Consolatrix Afflictorum) seit dem 17. Jahrhundert am Beispiel der Kapellen, Altäre und Statuen, die ihr gewidmet wurden.

 

Überblick


Im Zuge der Gegenreformation gewinnt der Muttergotteskult an Bedeutung. In Luxemburg, der südlichsten Provinz der von Religionskämpfen und Bürgerkrieg zerrissenen Niederlande, wird die Verehrung Marias von den Jesuiten gefördert.

1624 stellt Pater Jakob Broquart eine Marienstatue vor den Festungsmauern der Hauptstadt (Glacis) auf. Erzählungen von Wunderheilungen und der Vertrieb von Devotionalia (Bildchen und Medaillen) tragen zur schnellen Verbreitung der Verehrung der Luxemburger „Trösterin der Betrübten“ bei.

Karte: Muttergotteskult

Muttergotteskult

Sonja Kmec, Université du Luxembourg

Statue unserer lieben Frau von Luxemburg
Quelle: J. Maertz 1978

Seit 1678 als Patronin der Provinz Luxemburg verehrt, werden der Muttergottes vielerorts Kirchen, Kapellen, Altäre und Wegkreuze errichtet. Nachbildungen der Statue ULF von Luxemburg werden anfangs des 20. Jahrhunderts in allen Pfarreien des Groβherzogtums aufgestellt und sind auf der vorliegenden Karte nicht vermerkt.

Hingegen sind alle Statuen und sakrale Räume aufgezeichnet, die Joseph Maertz und Andreas Heinz in ihrer Bestandsaufnahme angegeben haben. Es fällt auf, dass die Verbreitung des Kultes ULF von Luxemburg sich über die Grenzen der damaligen Provinz erstreckt.

Die bei weitem gröβte Kult- und Pilgerstätte entwickelt sich ab 1642 in Kevelaer, im Herzogtum Geldern im Grenzgebiet zu den protestantischen Generalstaaten (heute in Nordrhein-Westfalen, Deutschland). Das ursprüngliche Zentrum des Kultes hat sich in den 1670er Jahren von der Glaciskapelle in die Jesuitenkirche der Stadt Luxemburg verlagert.

Mit der Auflösung der Gesellschaft Jesu 1773 verliert der Muttergotteskult ihren bedeutendsten Träger und wird erst nach 1840 wiederbelebt.

Heute ist die Kathedrale Zentrum der Verehrung ULF von Luxemburg. Hier wird die alljährliche "Oktave" in der 4. und 5. Woche nach Ostern zelebriert, aber auch andere Städte, wie Diekirch und Wiltz, halten am letzten Tag der Oktave eine Schlussprozession ab.

Marienkapelle in Emeringen / Mondorf
Quelle: E. Schumacher

Marienkreuz in Massul
Quelle: J. Maertz 1978

 

Die Grenzverschiebungen des 19. Jahrhundert haben die Verbreitung des Kultes nicht wesentlich behindert.

Die vorliegende Karte beschränkt sich auf die Wallonie sowie den Bitburger und den Trierer Raum; sie ist also noch auszubauen und soll – im Laufe der Zeit – mit neuen Informationen gespeist und so auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Volltext

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Quellen


Biel, A. et N. Thill: Marianische Geographie von Luxemburg. Saint-Paul, 1988.

Heinz, A.: Die Verehrung des Luxemburger Gnadenbildes der 'Trösterin der Betrübten' im Bitburger Land. In: Hémecht (1973), p. 7-64.

Heinz, A.: Das St. Vitherland und die Luxemburger Marienwallfahrt. In: Zwischen Venn und Schneifel 11 (1975), p. 83-5. 

Heinz, A.:  Die Verehrung der Trösterin der Betrübten in den altluxemburgischen Gebieten der Eifel und an der Obermosel. In: Hémecht (1978), p. 233-258.

Heinz, A.: Schicksale einer Wallfahrt. Zum Kult der 'Trösterin der Betrübten' in den 1815 abgetrennten altluxemburgischen Gebieten. In: Hémecht (1979), p. 5-37

Faltz, M.: Unsere Liebe Frau von Luxemburg im Ausland. Luxembourg: Saint-Paul, 1958. Etat de 1952 (France), se basant sur:
N. Schmitz, Brochures mariales, 1943 (inventaire des sanctuaires mariales en Belgique)

Maertz, J.: Notre-Dame de Luxembourg Consolatrice des Affligés,vénérée pendant 300 ans dans la Province belge de Luxembourg, in: Hémecht (1978), p. 9-143.

Externe links 


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