Naturparke

Naturparke (Überblick)

Michel Deshaies (2011)

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Einführung


Die Karte zeigt die Naturparke der Großregion, typische Landschaften, kulturelle und historische Stätten sowie wichtige Aussichtspunkte.

 

Überblick


Naturparke als Schutzgebiete
Die Naturparke sind relativ weitläufige, vor allem ländliche Gebiete, deren Landschaften in erster Linie von traditionellen landwirtschaftlichen Aktivitäten geprägt sind und sich durch wertvolle ästhetische Merkmale und Eigenschaften auszeichnen, die sich für die Aufnahme und die Entwicklung von Freizeitaktivitäten und Ökotourismus eignen.

Da ihre Landschaften von größeren Ansiedlungen relativ weit entfernt sind, hat die Periurbanisierung sie nur wenig verändert.

Die Naturparke wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten in institutionellen Rahmen angelegt, deren Zielsetzungen sich, abhängig von der Gesetzgebung der vier Länder, deutlich voneinander unterscheiden. Zu Beginn lag der Schwerpunkt noch eher auf dem Naturschutz, seit den 1990er Jahren jedoch hat die nachhaltige lokale Entwicklung immer mehr an Bedeutung gewonnen.


Karte: Naturparke

Michel Deshaies, Université de Nancy 2

Das Maastal bei Vigneulles-les-Hattonchâtel (Naturpark Lothringen)
Foto: M. Deshaies 2010

Die Zielsetzungen und Aufgaben der Naturparke sind doppelter Art, weil es gleichzeitig darum geht, das natürliche und landschaftliche Erbe zu schützen und zu verwalten, und zudem das Gebiet so zu gestalten, dass die lokale wirtschaftliche und soziale Entwicklung gefördert wird.

Ziel ist also nicht die Fossilisierung (Festschreibung des Ist-Zustandes) oder die Renaturierung eines Gebietes, sondern im Gegenteil die Förderung der Wirtschaftstätigkeit und -entwicklung. Auf diese Weise sollen die Beschaffenheit und die Harmonie der Landschaften gewahrt werden, deren Erhalt einerseits durch Landflucht, andererseits aber auch durch zu großen Druck von nahen Städten bedroht werden kann.

Die Landschaften blieben allerdings nicht unverändert, denn in den letzten Jahrzehnten wurden in verschiedenen Naturparken grundlegende Umgestaltungen vorgenommen, welche das Landschaftsbild tiefgreifend veränderten und durch die eingebrachten neuen Elemente einen eher positiven Effekt auf die Entwicklung von Tourismus- und Freizeitaktivitäten hatten.

Die Naturparke der Großregion
Die 22 Naturparke beanspruchen ungefähr ein Viertel der Oberfläche der Großregion, d.h. mehr als 18 000 km2. Genau genommen befinden sich 16 000 km2 innerhalb der eigentlichen Grenzen der Großregion, denn mehrere Parke erstrecken sich auch über die angrenzenden Regionen.

Die Naturparke der Großregion unterscheiden sich flächenmäßig stark, vom kleinsten, dem Tal der Attert in Wallonien, mit 71 km2 bis zu den 3 000 km2 des größten Naturparks Ballons des Vosges.

Die Naturparke erstrecken sich hauptsächlich über ländliche, dünn besiedelte Gebiete, die weit von größeren Siedlungen entfernt sind.

Manche Naturparke, wie zum Beispiel das Hohe Venn, sind nahezu unbewohnt. Allerdings befinden sich in den meisten Naturparken zahlreiche große Dörfer oder kleine Städte, und sie weisen nebeneinander sehr dünn und relativ dicht besiedelte Gebiete auf.

Das Tal der Our bei Waldhof-Falkenstein (deutscher Naturpark Südeifel und luxemburgischer Naturpark Our)
Foto: M. Deshaies 2010

Der Pfälzerwald (Naturpark Pfälzerwald)
Foto: M. Deshaies 2010

Aus landwirtschaftlicher Sicht können die Parke größtenteils, im Hinblick auf die Bodenqualität und das feuchtkalte Klima auf stark bewaldeten Höhen, als mittelmäßige bis karge Gebiete charakterisiert werden.

Die meisten Naturparke erstrecken sich über die relativ hoch gelegenen Plateaus der Ardennen, des Rheinischen Schiefergebirges, des Saar-Nahe-Berglands oder der Vogesen und des Pfälzerwaldes.

Die einzige Ausnahme bildet der Lothringer Naturpark, der sich über die nicht sehr hoch gelegenen Plateaus der Schichtstufen im Osten des Pariser Beckens erstreckt.

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